Angepinnt Mindset

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    • I. Einleitung
      II. Ergänzung Ausreden, von K3N
      III. Low Tier
      IV. Mindset und Zielsetzungen im Wettbewerb
      V. Mindgames
      VI. Motivation, Teil 1
      VI. Motivation, Teil 2
      VII. Risk / Reward
      IX. Turniervorbereitung Teil.1
      IX. Turniervorbereitung Teil.2
      X. Stagnation, [TR Sheva]
      XI. Wer sucht der findet

      - I.a Einleitung -


      Mit dem Thema Mindset habe ich mich in meiner Freizeit schon öfter auseinander gesetzt.
      Da das Mindset ausschlaggebend für Erfolg und Misserfolg ist (überall, nicht nur in FGs) aber immer noch keine Beachtung bekommt, möchte ich dazu etwas schreiben.

      Das folgende sind meine Erfahrungen und meine Ansichten, ob sie Richtig oder Falsch sind muss jeder für sich entscheiden.
      Jedoch könnte es für den einen oder anderen den richtigen Denkanstoß geben.
      Ich werde mich hier spezifisch auf SF4 beziehen.
      Ich will mit dem Post aufzeigen wodurch gutes Spiel entsteht. Viele sehen nur die Spielweisen und das Ergebnis von guten Spielern, verstehen aber nicht was diese Spieler so gut macht. Man sieht wie der Spieler in vielen Situationen richtig reagiert und denkt er hat einfach nur Talent, oder investiert sehr viel Zeit in das Spiel.
      Beides mag zwar stimmen, jedoch sind es noch andere Merkmale.

      Was sind die Unterschiede zwischen einem guten Spieler und einem Profispieler? Warum sind manche Spieler nach einer gewissen Zeit besser als andere mit der selben investierten Zeit?
      Welche Fähigkeiten besitzt dieser Spieler? Aber am wichtigsten:

      Wie kann ich mir diese Fähigkeiten aneignen?
      Es geht nicht einfach nur um Reaktionen und Spielerfahrung, die bekommt man automatisch.
      Man muss sich die Eigenschaften der Spieler genauer anschauen.
      Meiner Meinung nach wären das:
      • Geduld
      • Kontrolle der Emotionen
      • Konzentration
      • Risk/Reward Verständnis
      • Mindgames
      • Mustererkennung beim Gegner / Anpassung an den Spielstil
      • Die Spielweise wählen mit der höchsten Wahrscheinlichkeit auf Erfolg


      Da es jetzt schon ein Monsterpost ist werde ich mich mit etwas viel wichtigerem beschäftigen.
      Wenn man folgendes Prinzip verstanden und verinnerlicht hat, wird es das eigene Spiel automatisch verbessern.
      Wenn der Beitrag für euch hilfreich ist und Interesse den oben genannten Eigenschaften besteht, werde ich näher darauf eingehen mit Videobeispielen usw...
      Aber das wichtigste ist erst einmal:
      Wie kommt Erfolg zustande?
      Was unterscheidet Erfolgreiche Menschen von anderen? Die Antwort ist...

      - I.b Mindset -

      Was bedeutet Mindset?
      Mindset kann man mit Einstellung gleichsetzen. Wie man über eine bestimmte Sache denkt.
      Das Mindset bestimmt den Blickwinkel aus dem wir die Dinge betrachten.
      Dieser Blickwinkel ist maßgeblich dafür entscheidend, wie wir an die Sache rangehen. Die eigene innere Einstellung bestimmt sogar den Erfolg im eigenen Leben und es ist ratsam sein Mindset ständig zu überprüfen und zu optimieren

      Nehmen wir die Motivation zu FGs, die Gründe warum ich sie spiele und vor allem mit welcher Einstellung ich sie spiele.
      Spiele ich um
      ...ein wenig die Zeit zu vertreiben?
      ...ein wenig Spaß zu haben?
      ...das Spiel auszuprobieren?
      ...um mich zu verbessern, egal ob ich gewinne oder verliere?

      Das könnten 4 verschiedene Spieler mit 4 verschiedenen Motivationen bzw Mindsets sein. Welcher Spieler wird nach einem gewissen Zeitraum am meisten aufleveln?
      Die ersten 3 wohl eher nicht.

      Wenn ich auf Turnieren mit Anfängern mich unterhalte oder spiele höre ich oft Sätze wie:
      "Ich werde voll verlieren"
      "Ich habe eh keine chance"
      "Ich spiele einen Lowtier"
      Das ist auch ein Mindset welches einem nur hinderlich ist. Man erwartet zu verlieren und schlecht zu spielen.
      Wie kann mit so einer Einstellung besser werden?
      Warum nicht lieber so denken:
      "Ich werde gegen einen guten Spieler spielen. Egal wie es ausgeht, ich werde sehr viel dazu lernen" oder
      "Es wird nicht leicht, aber ich werde ihn jetzt besiegen"
      Merkt man den Unterschied?

      - I.c Mindset in der Community -


      Was mir sehr früh negativ in der deutschen SF4 Community aufgefallen ist, ist das die meisten ein hinderliches und in meinen Augen falsches Mindset haben.
      Hier einige Beispiele:
      "Randomnes"
      Einige Aussagen die in der Community heilig sind und jeder hinterherschreit nach einem "random" move:
      "random ultras machen nur noobs"
      "nur scrubs spielen random"
      "wenn ein spieler random ist, dann ist er schlecht"

      Und das geht sogar soweit, das es die ultimative Entschuldigung ist wenn man gegen solchen Spieler verliert.
      "Der Typ war random, ist voll der scrub".
      Kompletter Schwachsinn. Solche Sätze hört man nicht von sehr guten Spielern. Warum?
      Hier die Antwort:
      Es gibt 2 Mindsets nachdem man zb von einem "random" srk getroffen wurde:
      1. "Mein Gegner ist random, also schlecht, also bin ich besser auch wenn ich verloren habe".
      2. "Hmmm, ich habe ihn schlecht gelesen. Welche Anzeichen gab es dafür? Worauf muss ich achten wenn ich den nächsten random move erahnen will"?

      Welcher Spieler wird am Ende besser sein?
      Richtig Nr. 2, nur leider denken über 80 % in DE nach dem ersten Muster.
      Dazu kommt das Spieler 1 in dem Fall sich noch aufregen wird, während Spieler 2 ruhig und gut gelaunt bleibt und gerade sein Game aufgelevelt hat.
      Die andere Sache ist das sich selbst schönreden
      Ich kann mittlerweile die Spielstärke von den deutschen Spielern sehr gut einschätzen. Und dann habe ich mitbekommen wie manche Spieler über ander lästern, wobei ich mir sicher war das der eine Spieler gegen den anderen verlieren würde.
      Ein anderes Beispiel ist, das ein sehr guter Spieler in die Szene gekommen ist, einige Spieler zerstört hat und trotzdem als "random" beschimpft worden ist.

      Warum ist das so?
      Die Leute wollen besser gesehen werden als sie tatsächlich sind.
      Ist natürlich wieder das falsche Mindset. Wenn man verliert muss man objektiv die Gründe danach suchen.
      Ist der Grund "ein random scrub, weil ich nicht wahrhaben will das er besser ist als ich" dann bleibt man auf dem Level.
      Ich brauche nicht zu erwähnen das der Spieler, der den anderen als random scrub bezeichnet hat hat immer noch Mittelmaß ist?

      Ein weiterer Grund für die Stagnation im eigenen Spielstil ist die Passivität.
      Keiner fragt nach Tipps und Feedback während man casualt.
      Ich habe so oft gegen Leute gespielt und nach einem Match sind mir schon gravierende Fehler aufgefallen.
      Aber warum soll ich was sagen?
      Ich will mich nicht als Besserwisser aufspielen und wenn es dem anderen wichtig ist, wird er schon fragen. Aber nein, da kommt nichts.
      Dabei ist das die effektivste Möglichkeit sich zu verbessern und keiner nutzt das.

      Wenn es dem Spieler nur um den Spaß geht ist es natürlich egal. Er muss sich nicht bessern, muss nicht motiviert sein.
      Nur es gibt dann Leute die gut sein wollen und trotzdem nicht nach Feedback fragen.
      Ich denke mir dann "gut, du brauchst nicht motiviert zu sein und nach Feedback zu fragen, aber dann hör bitte auf andere als Random Scrub zu bezeichnen, dich selber besser zu reden als du bist und hör auf als gut angesehen sein zu wollen wenn du es nicht bist".
      Aber villeicht ist es wieder gegen das eigene Ego um Feedback zu bitten.

      Ich mache es fast jedes mal wenn ich gegen einen besseren Spieler spiele:
      • Was kann ich besser machen?
      • Was fandest du gut und sollte ich ausbauen?
      • Was fandest du schlecht?
      • Wovor fürchtest du dich bei meinem Charakter am meisten?
      • Was fällt die gegen meinen Charakter leicht?


      Ist es ein Aufwand zu fragen? Nein, entweder bekommt man nur dürftige Informationen und man hat nichts verloren oder man bekommen etwas erzählt was dem eigenen Game einen ganzen Sprung nach vorne hilft.
      Was die meisten dieser Spieler gemeinsam haben, ist das sie sich nach einer Niederlage aufregen.
      Zwar kann man das mit den oben genannten schlechten Gewohnheit zusammenfassen, jedoch möchte ich genauer darauf eingehen.
      Man verliert einmal, zweimal und wird plötzlich der Spendabelste Mensch bei der Schuldverteilung und der Kreativste in Sachen Ausreden.
      Es war nur das eigene Pech oder der andere hat Glück. Dazu spielt er einen Toptier oder "Basstard" Charakter.
      Jedoch nimmt man nie Schuld auf sich.

      Wie bereits erwähnt muss man die Schuld bei sich suchen.
      War der Gegner random? Dann habe ich ihn schlecht gelesen.
      Habe ich eine Combo gedroppt? Dann suckt meine Execution wenn es notwendig ist.
      Trifft mich der Gegner immer mit den selben Attacken? Dann bin ich zu dumm mich anzupassen.
      Habe ich verloren? Dann war ich zu schlecht besser zu spielen als mein Gegner!!


      When asked to Daigo :
      "What is the most difficult thing in FG's?"

      Daigo's Response:
      "I feel that it's the act of quietly accepting defeat without making excuses." -Daigo


      Was heisst das jetzt für mich?
      Da nun jeder eine Vorstellung von der Wirkung des Mindsets haben müsste, hier nochmal der wichtigste Satz den man bezüglich Mindsets wissen sollte:
      Es gibt kein richtiges oder falsches Mindset!
      Jedoch ist jedes Mindset entweder Hilfreich oder nicht Hilfreich!

      Über diesen Satz bitte sich nochmal Gedanken machen und dann hoffe ich für jeden das er das hilfreiche Mindset über FGs, Hobbys, Mitmenschen, Forumauftreten und über das Leben für sich findet. :good:

      Danke fürs Lesen

      Über konstruktives Feedback würde ich mich freuen.

      Anhang:

      Bezüglich Randomnes in SF4 noch einige Gedanken von mir:
      Spoiler anzeigen

      Meiner Meinung nach ist die Community verseucht mit dem Gedanken mit only "safe spielen". Wer mal nen random (wobei die korrektere Bezeichnung risky sein sollte) srk/ ultra what ever macht, fängt die ganze Community an zu brüllen:
      "Fucking scrub, random shit" etc.

      Meiner Meinung geht es bei Fighting Games nur darum:
      Kenne deine Optionen und vor allem die des Gegners (vor allem in der momentanen situation). Das wird vor allem bei schlechteren Spielern deutlich, wenn man zb deren Aktionen schon vorausahnen kann.
      Wenn man nun niemals einen risky srk macht, braucht auch der Gegner sich niemals davor zu fürchten. Er kann nun pressure machen ohne Ende.
      Will ich das? Nein.
      Dann haue ich dem einen srk rein (egal ob er trifft oder nicht) und der gegner ist gezwungen seine Offensive etwas zu zügeln.

      Um das klarzustellen: Ich fordere niemanden auf random/ risky what ever zu spielen. Aber wenn ich 100% solide spiele, werde ich berechenbar, limitiere die vielen Optionen auf die mein Gegner achten muss und stelle mir somit selbst ein Bein.
      Es gibt sogar viele Situationen wo man einen Ultra "risky" anbringen kann, sogar mit nem positiven risk/reward.

      Mein fazit: Gelegentlich risky moves machen fördern sogar die Siegesrate. Nur man braucht erfahrung um zu wissen wann man diese aktionen bringen kann.
      Team Rookie, B

      Sheva - YouGenius - Carloz - Mac - Maruko - Nani - Halibel

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    • - II. Ergänzung -


      K3N schrieb:



      Da kenn ich noch eine besondere Sache AUSREDEN
      Es gibt genügend Leute die ich aufzählen könnte aber ich werde keine Namen nennen.
      Falls diese Leute diesen Post lesen und sich selbst iwie darin erkennen hört auf damit.

      Bsp.: Spieler A (welcher ziemlich "bekannt" ist, ein guter Spieler zu sein) spielt gegen Spieler B (welcher als eher "schwach" bekannt ist oder gar unbekannt).
      Resultat: Spieler A verliert gegen Spieler B. Die Mates von Spieler A fragen ihn/sie wieso hast du verloren?
      Dann kommen meistens Antworten wie: 1. Ja, hab kaum gespielt gehabt und darum hat er gewonnen. 2. Ach heute einfach bissl schlecht geschlafen. usw. da gibts noch einige...

      Wenn ihr gegen einen Spieler verliert weil ihr diesen unterschätzt hab oder halt in dem Falle euch selber überschätzt habt warum gebt ihr das nicht einfach zu?
      Ich finde das z.B. eines der größten hindernisse welche jedem Spieler im weg stehen können.
      Lieber zugeben das er besser war als ihr und lernt dann aus euren Fehlern damit euch sowas nicht nochmal passiert.

      Team Rookie, B

      Sheva - YouGenius - Carloz - Mac - Maruko - Nani - Halibel

      "Hear Me Roar"

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    • - III. Low Tiers -


      Das Thema wurde kurz angeschnitten aber wie Subarashii bereits darauf hinwies, könnte man darauf näher eingehen weil wahrscheinlich ein Großteil der Lowtier Spieler davon betroffen sind (darunter auch ich).
      Ein ebenfalls hinderliches Mindset entsteht oft automatisch durch das spielen von Low Tier Charakteren.
      Warum?

      Weil es eine automatische Entschuldigung liefert warum man gerade verloren hat, die dann auch noch durch "offizielle" Tierlisten bestätigt wird.
      Man hat nun einen offiziellen Grund für das verlieren.
      Dabei entsteht das im Grunde bereits bekannte Problem bei Niederlagen, nämlich die Schuld anderen zuschreiben:

      "Es war nicht meine Schuld"
      "Das Matchup ist Schuld, nicht ich"
      "Das Matchup ist 7-3"

      Aber es ist immer der falsche Weg anderen außer sich selbst die Schuld zu geben. Sich die Schuld für verlorene Matches zu geben ist der erste und wichtigste Schritt um besser zu werden.
      Schon allein aus dem Grund, da man die Spielweise des Gegners nicht verändern kann. Man kann nur seine verändern und verbessern.
      Wenn der Gegner Schuld an deiner Niederlage ist und nicht du, wie willst du gegen ihn das nächste mal gewinnen?
      Hoffen das er schlechter spielt? Wohl eher nicht.

      Ersteinmal Grundlegendes zu Tierlisten:
      Tierlisten sind nicht in Stein gemeißelt!
      Tierlisten können sich verändern.

      Seth war eine lange Zeit als mittelmaß in der SF4 Serie angesehen worden.
      Seth ist kein Turniercharakter, hieß es.
      Bis Poongko kam und alle zerstört hat.

      Zu dem was SF4: AE 2012 angeht, gibt es nahezu nichts mehr zu meckern. Das Game ist sehr gut ausbalanciert und mit vielen Charakteren kann nahezu alle anderen Chars besiegen, wenn man sich anstrengt.

      Zurück zum Mindset.
      Natürlich gibt es immer noch schwierige Matchups. Aber nun hat man mehrere Möglichkeiten wenn das Matchup zu hart ist:

      1. Charakter wechseln
      2. Das Spiel aufhören zu spielen
      3. Das Spiel weiterspielen, mit dem Gedanken wie schwer es doch ist das Matchup zu spielen
      4. Counterpick Char erlernen
      5. Das Matchup lernen

      Wer wird das Matchup und sein Spiel nach einiger Zeit aufgelevelt haben? Nr 5.
      Wobei Nr.4 in manchen Fällen auch noch gut ist, wenn man den Counterpick Char sehr gut spielen kann.
      Ich denke die meisten verwenden Alternative 3 mit einem nicht hilfreichen Mindset.
      Auszug aus dem obigen Artikel :

      Glaubenssätze sind häufig Verallgemeinerungen, die etwas in eine Absolutheit stellen, das gar nicht immer so sein muss.
      Dadurch legen wir uns oft Steine in den Weg, denn wir verschließen uns vor der Möglichkeit, neue Erfahrungen zu machen.
      Wir richten unsere Aufmerksamkeit genau auf das, was wir erwarten.
      Dementsprechend wird es auch so eintreffen oder der alte Zustand wird bleiben (Gesetz der Anziehungskraft: das, worauf Du Deine Aufmerksamkeit richtest, wird wachsen).
      Quelle: comfortcoaching.com/wcms/ftp//…g.com/uploads/mindset.pdf


      Solange man nun denkt "das Matchup ist hart, ich muss verlieren und ich habe es so schwer", solange wird auch genau das passieren:
      Man wird schlecht spielen und das Matchup wird schwer bleiben

      Die richtige Vorgehensweise wäre zuerst das Mindset zu ändern:
      "Das Matchup ist hart, aber ich werde Wege finden diesen Charakter zu besiegen"
      "Ich werde es so spielen das ich das Matchup drehen kann"

      Wenn man das verinnerlicht hat, wird man automatisch besser spielen.
      Man wird automatisch versuchen neue Wege zu finden und beginnt im Trainmode die Feinheiten zu üben (normalwhiff punish, pixelgenaue footsie etc)

      Und dann fängt man nicht nur an das schwierige Matchup besser zu spielen, sondern jedes Matchup, weil man durch das Mindset und das intensivere Training gegen das schlechte Matchup sehr stark aufgelevelt hat.

      Habe nur in einem Stream mitbekommen, deshalb keine Quellenangaben, aber Justin Wong soll gesagt haben:
      "Es gibt keinen Sagat Spieler der mich besiegt"
      Sagat ist ein Counterpick gegen Rufus, dem Main von Justin Wong und obwohl Justin Wong viele Charaktere auf hohem Niveau spielt, bleibt er in dem Matchup bei Rufus.
      Hat auch Mago, einen der besten Sagats bei der Evo besiegt.
      Vorbildliches Mindset, oder?
      Team Rookie, B

      Sheva - YouGenius - Carloz - Mac - Maruko - Nani - Halibel

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    • - IV. Mindset und Zielsetzung im Wettbewerb -


      Habe zu dem Thema noch nicht so viel zusammentragen können, aber da Road to Evo in weniger als einer Woche ansteht möchte ich zu Mindsets auf Turnieren einige Erfahrungen aufschreiben.

      - IV.a Mindset auf Turnieren -


      Das Mindset kann bei FGs dabei helfen automatisch besser zu spielen. Durch eine gewisse Sichtweie hilft sie uns effektiver bzw schneller aufzuleveln und besser zu werden aus bereits mehrfach erwähnten Gründen.
      Aber nicht nur über die gesamte "Spielkarriere" kann man ein Mindset entwickeln, man kann sich auch speziell für Turniere ein hilfreiches Mindset aneignen und Mentale Blockaden abbauen und im Vorfeld verhindern.
      Vor allem letztere schleichen sich unbewusst ein und hindern einen daran sein volles Potential zu entfalten.

      - IV.b Zielsetzung -


      Als erstes sollte man mit einem Ziel auf das Turnier gehen. Ein Ziel gibt immer eine Richtung an und dadurch das wir ein Ziel, eine Richtung haben werden die Gedanken danach ausgerichtet. Haben wir das Ziel zu gewinnen, richten sich unsere Gedanken und unsere Handlungen danach zu gewinnen.
      Ebenfalls gibt es einem die Motivation weiterzumachen, falls man müde wird oder Rückschläge erleidet.
      Zb kann man unerwartet früh ins Loserbracket gelangen und plötzlich verliert man die Lust am Turnier weil man frustriert ist.
      Wenn man sich jedoch ein klares Ziel gesetzt hat, kann es einen motivieren weiterzumachen.
      "Ich bin jetzt schon im Losers. Es wird schwerer als gedacht aber Top 3 werde ich dennoch schaffen ".. so könnte dann das Mindset in Kombination mit dem Ziel aussehen.

      Habe keine übersichtliche Zusammenfassung von richtiger Zielsetzung gefunden, deshalb fasse ich das kurz zusammen:

      Spoiler anzeigen
      1.
      Keine "verneinungen/ negative" Wörter wie
      - nicht mehr
      - kein/keine
      - nie wieder etc

      Aus dem Grund da das menschliche Gehirn die Verneinungen nicht erkennt.
      "Ich möchte keine schlechten Noten mehr schreiben" erkennt das Gehirn als "Ich möchte schlechte Noten schreiben"

      2. Kein unsicheren Wörter wie
      - villeicht
      - versuchen etc

      Stattdessen:
      Ich werde den Test bestehen
      Ich schaffe 100 Meter in X Sekunden

      3.
      Messbare Ziele
      Falsch "Ich will etwas abnehmen/ besser in der Schule sein/ "
      Richtig "Bis zum 31.12 werde ich 5 Kilo abnehmen" / "Ich werde bei der nächsten Klausur über 70% der vollen Punktzahl erreichen"

      4. Realistische und Anspruchsvolle Ziele wählen
      Zu hochgesteckte Ziele werden nicht erreicht und demotivieren sehr früh



      Und egal ob nun Hobby oder Beruf. Wenn man etwas erreichen will, ist es wichtig sich Ziele zu setzen.
      Wenn man kein Ziel hat, wo will man dann ankommen?

      - IV.c Methoden um sein volles Potential auszuschöpfen -


      Neben dem Mindset kann man auch zu bestimmten Methoden aus dem NLP greifen um kurz vor dem Match seine Leistung zu steigern.

      - 1 -

      Kurz in sich gehen und daran zu denken wie man den Kampf gewinnen wird. Man stellt sich bildlich vor
      - wie man die Combo trifft
      - den Gegner Antiairt
      - die Frametraps treffen
      - man die whiffnormals punisht
      - der Gegner schlecht spielt
      - man selber sehr gut spielt
      - das KO am Ende fett eingeblendet wird
      - man glücklich dem Gegner die Hand schüttelt

      Wichtig ist das man sich das sehr genau vorstellt, sich dafür Zeit nimmt und keine Zweifel an seinem Sieg hat.
      Die Übung kann man auch beim Training verwenden um sich zu motivieren weiterzumachen und durchzuhalten.

      - 2 -

      In Kombination mit der oberen Methode sich vorstellt, das man selber sehr groß und der Gegner sehr klein ist.
      Man stellt sich vor wie man selber wächst und der Gegner schrumpft.
      Hört sich villeicht komisch an, aber das kann man ja selber testen. Wenn man einige Personen durchgeht und die Übung anwendet, fühlt man sich nicht automatisch selbstbewusster?

      - 3 -

      Sich den Moment bzw den Gegner vorstellen, der nach dem jetzigen Gegner kommt.
      Die Erfahrung habe ich selber gemacht und kurze Geschichte dazu:

      Vor einigen Jahren habe ich Kickboxturniere gekämpft (KO System, Single Elimination) und traf in meinem ersten Turnier, im ersten Kampf auf einen starken Gegner und habe verloren.
      Mir war es jedoch überaus wichtig mein erstes Turnier zu gewinnen. Also musste ich beim 2ten Turnier gewinnen und schon gar nicht im ersten Kampf verlieren.
      Der erste Kampf war gegen 17 Uhr und den ganzen Tag habe ich darüber nachgedacht wie ich den 2ten Kampf kämpfen würde.
      Ich habe nicht eine Sekunde an den ersten Kampf gedacht. Das ich den ersten Kampf gewinne war für mich so klar wie der Himmel blau ist. Ich musste es mir nicht einreden, ich wusste es.
      Erst kurz vor dem ersten Kampf dachte ich auf einmal:

      "Dir ist schon klar, das du auch den ersten verlieren kannst?"

      Egal, 2 Sekunden später war der Gedanke wieder weg.
      Den ersten Kampf habe ich klar für mich entschieden und alle um mich herum waren überrascht über die Leistungssteigerung seit dem ersten Turnier.
      Bin dann im 2ten Kampf gegen einen Vereinskollegen ausgeschieden 8o :pinch:

      Daran erinnert habe ich beim letzten Turnier FFM Arcade etwas ähnliches gemacht.
      Ich war im Winnerbracket und mein nächster Gegner sollte MBR sein (Akuma). Wenn ich gewinne spiele ich gegen Momi (Fei Long).
      Da ich noch bischen Zeit hatte, tat ich folgendes:
      Ich setzte mich an eine freie Station und übte das Fei Long MU, obwohl erst Akuma dran war.
      Aus dem Grund das ich mir mit jeder Sekunde im Practicemode ich mein Unterbewusstsein damit fütterte, das ich das Match gegen Akuma gewinne.
      Je länger ich dasaß umso sicherer wurde ich, das ich das erste Match gewinnen und gegen Fei Long spielen werde.
      Habe dann auch gegen Akuma gewonnen und habe nicht an dem Sieg gezweifelt, obwohl er nach dem ersten match 1-0 führte.



      - IV.d Mentale Blockaden -


      1. Falsche Zielsetzung
      So wie es hilfreiche Mindsets und Motivationsschübe gibt, können auch sehr schnell Frustrationen und negative Mindsets bzw Glaubenssätze entstehen, meistens nach einer Niederlage.

      Was mir zb passiert ist:
      Auf dem Office Clash im Februar waren ca 20 Leute und das Preisgeld wurde an die Top 3 ausgezahlt.
      Ich infomierte mich wie viel jeder bekommen würde.
      Ich weiß die Zahlen nicht mehr genau, aber ich wusste das der 3te Platz für mich vom Geld her unwichtig war. Erst ab dem 2ten konnte ich es erst als Lohnenswert bezeichnen.
      Somit war für mich das Ziel für den Tag schnell gesetzt:

      Ziel = (Mindestens) 2ten Platz.

      Das Ziel hatte ich stets vor Augen und obwohl ich früh ins Losers geschickt wurde und viele starke Gegner mir bevorstanden gab mir meine Zielsetzung die Motivation weiterhin mit voller Leistung zu spielen. Da ich einen weiten Weg gekommen bin, war das Ziel besonders wichtig für mich.
      Dann habe ich das Losersfinal gegen Emersion gewonnen, der normalerweise die Mirrormatches immer für sich entscheidet (tja mein Wille war diesmal stärker) und war automatisch 2ter. Verlor aber gegen MBR, gegen den ich normalerweise gewinne.
      Was war das Problem? Wenn jemand aufgepasst hat wie ich das Ziel formuliert habe wird er es wissen:

      Mein Ziel war erreicht! Ich habe den ganzen Tag nur an den 2ten Platz gedacht, und nachdem ich den 2ten Platz erreicht habe, war die gesamte Motivation aufeinmal weg.
      Das ich rational gesehen auch erster werden will ist unwichtig, mein Ziel war den ganzen Tag leider unbewusst verankert => 2ter Platz und nicht mindestens 2ter Platz.
      Also aufpassen vor falscher Zielsetzung! So hilfreich wie sie sein kann, können Ziele falsch formuliert blockieren.

      Aus dem Interview mit Latif über letzte Evo

      CGAJ: Was it just big stage nerves, or did he just play that much better?

      Latif: You know, at that point, I was just so hype that I made it that far – especially after beating Tokido, Daigo and Poongko. When I got the runback against Fuudo, I guess mentally I just felt content. My goal coming into EVO was to make it out of pools. When I made it out of pools, my goal turned into getting in Top 8. Then when I beat the three foreigners, in my mind I felt like I already won. Mentally, that was a mistake, and I regret that Grand Finals set.
      I don’t even bother looking at that Grand Finals set, because I know mentally I wasn’t all there.


      Quelle (Link)

      2. Ablenkung/ Frustration

      Was häufig zu Blockaden führen kann sind Ablenkungen weil man sich in dem Moment mit anderen Dingen Geistig beschäftigt oder wenn etwas nicht so läuft wie gewollt, zb man verliert unerwartet und ist im Loserbracket.
      Dann wird man schnell demotiviert und die Lustlosigkeit setzt ein. Der weitere Turnierverlauf ist unwichtig und es würde einen nicht mehr stören in nächsten match schon rauszufliegen.

      Das einzige was mir dagegen einfallen würde wäre wieder ein richtiges Mindset und die richtige Zielsetzung.
      Man muss sich daran erinnern weshalb man hergekommen ist und was man erreichen will. Sich an die Situation anpassen und es als Herausforderung sehen, sich von unten aus dem Loserbracket wieder hochzukämpfen.
      Ist nicht einfach, aber jeder muss sich da selber motivieren.

      Anhang
      Hier noch Coungsters Blogeintrag bezüglich (mentaler) Turniervorbereitung
      Quelle: watchdamatch.com/Articles/SSF4…URNAMENT-PREPARATION.html

      Mehr mentale Blockaden, Motivationstechniken usw fallen mir momentan nicht ein.
      Hoffe es hat dem einen oder anderem geholfen :)
      Team Rookie, B

      Sheva - YouGenius - Carloz - Mac - Maruko - Nani - Halibel

      "Hear Me Roar"

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    • - V. Mindgames -


      Zum Thema Mindset ist denke ich das meiste gesagt.
      Möchte aber dennoch paar Sachen schreiben die mir während dem spielen und in der Community aufgefallen sind.

      Ich habe vor SF4 viel gepokert und mich mit der Materie auseinander gesetzt. Da kam ich das erste mal in Berührung mit Mindset, Niederlagen umgehen (sehr wichtig beim pokern), Risk reward Verständnis und vor allem Mindgames.
      Vor allem auf Profilevel sind Mindgames von ernormer Wichtigkeit.
      Ich merkte das viele notwendige Eigenschaften beim Pokern (im ersten Post genannt) auch sehr wichtig bei SF4 sind, was mir auch der Artikel bei Eventhubs bestätigt hat.

      Warum sind Mindgames bei SF4 so wichtig?
      Weil man dadurch einen Schritt weiter ist als der Gegner. Man blickt praktisch in die Zukunft, weiß was der Gegner tun wird und wählt die passende Option.
      Vor allem in kritischen Situationen wie "kurz vor dem Stun" und "letzter Chipdamage" entscheidet der richtige Read über den Ausgang der Runde.

      Aber was sind genau Mindgames und wie kann ich das nutzen?

      - Mindgames und die Einteilung in Levels-


      Anhand von Texas Holdem Poker erkläre ich was es für "Levels" gibt, und die Gedanken der jeweiligen Person:

      Schnelleinführung zu Texas Holdem: Jeder Spieler bekommt zu Beginn nur 2 Karten, aus denen sich im Verlaufe die Stärke der Hand ergibt.

      Level 1 - "Ich habe meine 2 Karten, die haben eine bestimmte Stärke". (Unabhängig von allen anderen Faktoren, spiele ich sie nach dieser angeblichen Stärke.)
      Level 2 - "Ich habe meine 2 Karten, was könnte mein Gegner haben"?
      Level 3 - "Ich habe meine 2 Karten, was könnte mein Gegner haben, was denkt mein Gegner welche Hand ich habe"?
      Level 4 - "Ich habe meine 2 Karten, was könnte mein Gegner haben, was denkt mein Gegner welche Hand ich habe? Was denkt er, wie ich über seine Hand denke"?

      Ok, ab hier wirds kompliziert. So kann das aber fast unendlich weitergehen.

      Ein Beispiel aus SF4.
      Vega hat einen Backflip mit dem man kurz invincible ist. Was ich manchmal mache, wenn ich kein leben mehr habe und gegen einen shoryuken char spiele:
      Ich springe ihn an, oder bin kurz vor ihm und drücke backflip. Viele Leute denken nicht an den Backflip, machen einen srk da ich direkt vor ihnen bin, der durch den Backflip whifft und sie offen für einen ultrapunish lässt. Mit dem Wissen:

      Level 1 - (Gegner) "Der Char ist direkt vor mir, er kann keinen backdash machen. Mit einem srk chippe ich ihn".
      Level 2 - (Wenn der Gegner den bait kennt) "Er ist direkt vor mir, er weiß das ich ihn leicht chippen kann. Deshalb erwartet er einen srk, und deshalb werde ich keinen machen".

      Ich denke jetzt wird langsam klar um was es geht. Es geht darum die Situation an sich zu erfassen, und dann zu überlegen wie der Gegner die Situation einschätzt und wie er in dieser Situation reagieren wird.
      Bei Poker sowie bei SF4 denken die Anfänger nur auf Stufe 1. Sie denken nur an sich, an ihre Situation und verbringen keine Zeit damit, zu überlegen was der Gegner denken könnte.
      Bei beiden Spielen reicht es aus auf Level 2 zu denken, dann wird man schon sich von der Masse abheben.

      Wichtig dabei ist, das man genau eine Stufe über die des Gegner denkt. Eine Stufe niedriger oder 2 zu viel, und man stellt sich selber ein Bein.
      Wenn man das Beispiel mit dem Poker nimmt, erkannt man das pro Stufe ein Gedankengang weitergedacht wird.
      Beim Poker können diese Stufen fast unendlich weitergesponnen werden, wobei in DE bei SF4 ich nur die erste Stufe erkenne, und die 2te nur bei guten Spielern.
      Die 3te ist fast gar nicht vorhanden. Hier ein Bespiel, welches nicht vor langer Zeit passiert ist.

      Verlauf:
      Ich spiele gegen einen guten Spieler, der einen Shotocharakter spielt. Ich habe kaum noch leben und muss nur noch gechippt werden.
      Mein gegner kennt mich gut und weiß das wenn ich vor ihm stehe, ich mit dem Backflip einen srk baiten werde.
      Jetzt stehe ich vor ihm und werfe ihn. Da er einen Backflip erwartet hat wird er geworfen.
      Ich dashe nach vorne und werfe ihn nochmal.
      Jetzt raged der Spieler und meint: "Ey, ich hätte dich voll leicht chippen können."
      Mein Gedanke

      Wenn man die Situation in Levels analysiert:

      Level 1 - (Ich) "Ein schlechter Spieler wird mich chippen wollen, da er den backflipbait nicht erwartet oder kennt. Also mache ich vor ihm einen Backflip und baite den srk".
      Level 2 - (Gegner) "Er wird jetzt einen backflip machen um meinen srk zu baiten, deshalb werde ich keinen machen"
      Level 3 - (Ich) "Er weiß das ich ihn mit einem backflip baiten will. Er wird nicht darauf reinfallen und wahrscheinlich gar nichts machen. Also kann ich ihn werfen."

      Mein Gegner hat auf Level 2 gedacht, und ich musste seinen Level "erraten" und eine Stufe weiterdenken.
      An dieser Situation erkennt man das wenn ich auf Level 1 gedacht hätte, wäre ich getroffen worden.
      Hätte ich 2 Stufen zu hoch gedacht, wäre ich ebenfalls im Nachteil gewesen. Das hätte dann so ausgesehen:

      Level 4 - (Gegner) "Er weiß, das ich mittlerweile weiß, ich falle nicht auf den backflip bait rein. Deshalb wird er mich nicht baiten, sondern werfen, da er von mir erwartet auf den backflip zu warten und nichts zu tun".
      Klingt kompliziert aber wenn man die Situation verstanden hat, versteht man es.

      Das schwierigste] hierbei liegt bei der Erkennung des Mindgamelevels des Gegners.
      Hätte ich gegen einen schlechten Spieler gespielt und hätte nicht gebaitet sondern geworfen wie in dem Beispiel, hätte ich einen srk abbekommen können, da er auf Level 1 gedacht hätte.
      Wie gut ist mein Gegner? Wie weit denkt mein Gegner? Weiß er das ich aufmerksam war und diesmal die Situation anders spielen werde?
      Hat mein Gegner mitgedacht?

      Meiner Meinung nach entscheidet sich der Mindgamelevel des Gegners durch seine Stärke, je besser der Spieler umso besser die Mindgames, und durch die Matchuperfahrung.
      Wichtig in den Matches ist im Grunde das aufmerksame spielen.
      Man muss schauen in welchen Situationen der Gegner sich wie verhält. Ob unter er Druck die offensichtlichste Alternative nimmt, oder selbst dann noch ruhig bleibt und es schafft eine Stufe weiterzudenken.

      Das aufmerksame spielen ist grundlegend um sich zu verbessern, da man nur so seine Fehler erkennt und sich auf den Gegner einstellen kann.
      Die guten Spieler tun das schneller und genauer, die schlechteren tun das gar nicht.
      Üben und ausprobieren kann man das, wenn man ein Match gespielt hat und dann überlegt:
      Wenn ein anderer mit meinem Charakter gegen den selben Gegner jetzt spielen würde, was könnte ich ihm für Tipps geben?
      Auf was soll er achten?
      Man muss versuchen so schnell wie möglich ein Profil vom Gegner erstellen können.
      Dann wird auch sehen wie Gegner handelt und denkt, und die passende Alternative dazu finden.

      Hoffe es hat dem einen oder anderen etwas gebracht. Feedback und Beispiele aus eigener Erfahrung gerne gesehen :)
      Team Rookie, B

      Sheva - YouGenius - Carloz - Mac - Maruko - Nani - Halibel

      "Hear Me Roar"

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    • - VI. Motivation, Teil 1 -


      Von TR Sheva und YouGenius

      Wenn man sich mit Mindset und Zielsetzungen auseinandersetzt, gehört das Thema Motivation dazu.
      Erst Recht wenn man FGs spielt bei dem der Trainingsmodus Pflicht ist. Blöd nur wenn dieser zur Qual wird.
      Oder wenn man Reihenweise Niederlagen in Sessions erleidet, vom Pad zum Stick wechselt oder sich für Turniere vorbereitet.

      Wichtig bei Motivation ist: Langfristig kann dich niemand motvieren. Motivation muss immer aus eigener Kraft entstehen.
      Nur dann kann man auf lange Sicht seine Ziele verfolgen und auch erreichen.

      - VI.a Bedeutung von Zielen -


      Stichwort Ziele.
      Nur richtig gesetzte Zielen schaffen es uns anzutreiben. Sie sind der Motor und erinnern uns daran warum wir nicht aufgeben sollen wenn wir kurz davor stehen alles hinzuschmeißen.
      Bei manchen Zielen spürt man automatisch einen Drang alles dafür zu tun was nötig ist.
      Doch für andere Tätigkeiten lässt man sich nicht so leicht überzeugen, und im Grunde will man diese Dinge nicht tun. Leider sind sie ein notwendiges Übel wenn ich mein Ziel erreichen möchte (Lernen, Trainmode, Sport...)

      Der erste Schritt zur Motivation ist die richtige Zielsetzung.
      Hier nochmal die wichtigsten Regeln die es bei Zielformulierung zu beachten gibt:
      Spoiler anzeigen
      1.
      Keine "verneinungen/ negative" Wörter wie
      - nicht mehr
      - kein/keine
      - nie wieder etc

      Aus dem Grund da das menschliche Gehirn die Verneinungen nicht erkennt.
      "Ich möchte keine schlechten Noten mehr schreiben" erkennt das Gehirn als "Ich möchte schlechte Noten schreiben"

      2. Kein unsicheren Wörter wie
      - villeicht
      - versuchen etc

      Stattdessen:
      Ich werde den Test bestehen
      Ich schaffe 100 Meter in X Sekunden

      3.
      Messbare Ziele
      Falsch "Ich will etwas abnehmen/ besser in der Schule sein/ "
      Richtig "Bis zum 31.12 werde ich 5 Kilo abnehmen" / "Ich werde bei der nächsten Klausur über 70% der vollen Punktzahl erreichen"

      4. Realistische und Anspruchsvolle Ziele wählen
      Zu hochgesteckte Ziele werden nicht erreicht und demotivieren sehr früh

      Um dafür zu sorgen das die Motivation bestehen bleibt und nicht nach kurzer Zeit verfliegt sollte man Zwischenziele einbauen, mit kleinen Belohnungen bei Erreichung dieser Zwischenziele.
      Durch das erreichen kleiner Zwischenziele spüren wir den fortschreitenden Prozess und die Motivation bleibt erhalten.
      Sobald ein Zwischenziel erreicht wird, steigt auch wieder die Motivation an.

      - VI.b Vorbereitung -


      Nachdem man sich das Ziel und die Zwischenziele gesetzt hat, ist es sehr hilfreich sich einen Plan zu erstellen.
      In diesem Plan wird festgelegt

      • wann ich das Ziel erreiche
      • die Zwischenziele
      • allgemeine Bedingungen
      • Belohnungen bei Erreichung des Ziels und Zwischenziele

      Dazu unterteilt man den Plan in zeitliche Abschnitte.
      Wenn das Ziel zb in einem Jahr erreicht werden soll, erstellt man einen übersichtlichen Jahres, Quartals, Monats und Wochenplan.
      Darin hält man wieder die Zwischenziele fest und schreibt auf was an dem Tag/ der Woche zu tun ist und ob man das wirklich getan hat.

      Man muss sich wirklich vor Augen halten: Was habe ich heute für mein Ziel getan? Was habe ich in dieser Woche zur Erreichung meines Ziels geschafft?
      Denn das ist das größte Problem bei den meisten.
      Die Standartfrage ist: "Wo sehen Sie sich in 5/ 10 Jahren?"
      Und die Antwort bleibt der einzige Gedanke.
      „Ich will im Vorstand sein.“
      Die wichtigere Frage lautet jedoch: "Was haben Sie diese Woche bereits getan um Ihren Ziel näher zu kommen? "
      Wenn man nur denkt: "Ich werde in 5 Jahren in meinem Betrieb aufsteigen" dann wird man in 5 Jahren immer noch am Anfang stehen.
      Wenn jedoch der Fokus schon zu Beginn auf die kleinen Schritte zur Erfüllung des Ziels gerichtet wird, wird man dem Ergebnis Stück für Stück näher kommen.

      - VI.c Zielkonflike -


      Beim aufstellen der Ziele gibt es noch das Hindernis des Zielkonflikts.
      Dabei ist es wichtig im Vorfeld schon die möglichen Hindernisse zu erkennen und Lösungen dafür zu finden.
      Bei FGs ist es größtenteils die Zeitinvestition.
      Wenn man arbeiten muss und/oder Familie hat. Wie kann ich das mit der Erreichung meiner Ziele kombinieren.

      Und nicht nur die Umstände, sondern auch speziell Personen können diesen Zielkonflikt verursachen.
      Hat man zb Freunde oder Bekannte die einem das Ziel ausreden wollen? Oder nicht an die Zielerreichung glauben und das auch noch deutlich machen?
      Demotivieren sie uns schon beim Start?
      Solche Störfaktoren schon zu Beginn fest einplanen und beseitigen.
      Durch Ansagen, das man sein Ziel erreichen wird und die anderen mir dabei nicht im Weg stehen sollen. Entweder man unterstützt mich oder lässt mich in Ruhe.

      Bei mir ist es zb so, das ich in meinen Main droppen werde. Da ich bald Ferien habe, habe ich auch die Zeit einen neuen Char zu lernen.
      Jetzt kommen einige Demotivatoren:
      • wie lange dauert es bis ich auf meinem alten Level bin?
      • was wenn ich mit dem Char meinen alten Level nicht erreiche?
      • es sind schon früh Turniere announced worden, bin ich mit dem Char bis dahin Turnierbereit?
      etc

      Die Demotivatoren lassen sich in der Regel mit einfacher Logik entkräften.
      • es wird seine Zeit brauchen bis ich das gewünschte Niveau erreicht habe
      • der andere Char macht mir keinen Spaß mehr
      • egal wie es ausgeht, ich bin mit der Entscheidung glücklich
      Team Rookie, B

      Sheva - YouGenius - Carloz - Mac - Maruko - Nani - Halibel

      "Hear Me Roar"

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    • - VI. Motivation, Teil 2 -


      - VI.d Motivationsmethoden -


      Kommen wir zum größten Problem: Das Aufgeben.
      Es gibt verschiedene Motivationsmethoden, jeder muss für sich die beste rausaussuchen.

      - 1 -

      Hin-zu/ Weg-von- Motivation

      Es gibt verschiedene Motivationstypen.
      Die "Hinzu-motivierten" motivieren sich durch den Gedanken etwas zu erreichen. Sie bewegen sich auf das Ziel hin.
      • Zb ich will Erster werden
      • ich will 5 Kilo abnehmen
      etc

      Die "Wegvon-motivierten" wollen etwas vermeiden. Sie wollen von einem bestimmten Zustand weg.
      - zb ist man einmal 2ter geworden und denkt daran wie es war nur knapp den Sieg abgegeben zu haben.
      Man erinnert sich an das Gefühl und die Situation und will nächstes mal den Sieg holen, um die negativen Emotionen ausgelöst durch die Niederlage zu vermeiden.

      Wichtig ist das man bei beiden Typen sich zu Beginn auf die bestimmte Situation konzentriert und sich dieses Ereignis so deutlich wie möglich vorstellt.
      Jedes mal wenn man nun aufgeben möchte, denkt man daran wie
      • toll es wäre den ersten Platz zu machen
      • das Preisgeld zu bekommen
      • die Leute um einen herum dir zujubeln

      oder wie schrecklich es wäre wenn man verliert.
      • was man alles mit dem Preisgeld hätte machen können
      • die negativen Emotionen kommen wieder wie beim letzten mal
      • man selbst Wochen danach sich darüber ärgern wird.

      Wenn ich für eine Klausur lerne, denke ich jedes mal daran,wie ich beim nichtbestehen nächstes Semester nochmal in die Vorlesung muss.
      Wie ich jeden Morgen früh aufstehen muss, wie ich mich in der Vorlesung langweilen werde.
      Wie andere früher aus haben und ich noch in der Uni hocken bleiben muss.....

      - 2 -

      In Verbindung mit der Methode oben kann man sich während der Tätigkeit (Sport, Trainmode, Lernen) sich die Zukunft vorstellen.
      Man hat sein Ziel erreicht, überglücklich und denkt daran zurück wie man dafür geschuftet hat. Gleichzeitig ist man sehr froh darüber das man nicht aufgegeben hat.
      Man stell sich vor wie man jemandem sagt: "Ich war so kurz davor aufzugeben. Zum Glück habe ich Stärke bewiesen und weitergemacht. Ich bin stolz auf mich das nicht aufgegeben habe".

      - 3 -

      Die folgende Methode eignet sich nicht nur zur Motivation, sondern generell für alle Situationen in denen man richtig Handeln möchte, sich aber nicht traut.
      Man überlegt sich vorher welche Persönlichkeiten man sehr respektiert, zu denen man aufschaut und ähnliches erreichen möchte.

      Nun stellt man sich vor diese Person/en stehen neben dir und feuern dich an. Du erinnerst dich daran wie sehr du dieses Ziel erreichen möchtest, wie du vor dieser Person nicht aufgeben möchtest. Du möchtest dass diese Person stolz auf dich ist.
      Überhaupt der Wunsch jemanden nicht zu enttäuschen, den man verehrt oder stark respektiert kann sehr große Potentiale in uns entfalten.

      - 4 -

      Man stellt sich zwei Bilder vor.
      Einmal im Vordergrund die Ursache unserer Demotivation (das Bild in Farbe). Wenn ich zb abnehmen möchte und immer Schokolade esse, habe ich das Bild von Schokolade im Kopf wie ich schwach werde und sie esse.
      Rechts oben im Bild ist das Ziel bzw der Antrieb, klein und grau. Zb seh ich in diesem Bild gut trainiert aus, mit einer hübschen Frau an meiner Seite.
      Nun stelle ich mir bildlich vor, wie das erste Bild (die Schokolade) von dem 2ten Bild (das Ziel) verdrängt wird.
      Dabei wird das erste Bild nun kleiner und verliert an Farbe, bis es links unten im Rand schwarz-weiß verschwindet. Dabei rückt das 2te Bild in den Mittelpunkt, wird größer, bekommt Farbe bis es am Ende im Mittelpunkt steht und Farbenstark scheint.
      Bei dem Verdrängungsvorgang kann man sich auch ein Geräusch dabei vorstellen.

      Wichtig bei dieser Übung ist, dass man diese Methode oft übt bis das erste Bild, der Demotivator automatisch verschwindet und durch das Zielbild ersetzt wird.
      Diese Übung kann man auch verwenden um peinliche/ ängstliche Erlebnisse zu verarbeiten in dem man die Bilder schwarzweiß erscheinen und sie schrumpfen lässt.
      Oder die Stimme verändert bis sie wie Donald Duck klingt....

      - 5 -

      Die wahrscheinlich stärkste Motivationsmethode ist das Ankern.

      Das Menschliche Gehirn assoziiert ständig. Bei Erreichung von Zielen oder generell schönen Erlebnissen werden Glückshormone ausgeschüttet.
      Dabei kann bei einem schönen Erlebnis der (unbewusst bemerkte) Duft oder selbst viele Jahre danach durch den selben Duft Glücksgefühle hervorrufen.
      Oder wenn ich nach einem überragendem Sieg ein Lied höre, werde ich mit Glücksgefühlen belohnt wenn ich das Lied Jahre später wieder höre.
      Weil das Gehirn den Glücksmoment mit dem Duft oder dem Lied verbindet.

      Wie kann ich das mir zu nutze machen?
      Ankern funktioniert indem man sich an den besten und schönsten Moment in seinem Leben erinnert. Jeder Ton, jeder Duft, die ganze Atmosphäre muss wieder eingefangen werden.
      Wenn man nun wieder in diesem Moment drin ist und diese Glücksfühle wiederkommen, setzt man sich ein Signal.
      Das kann zb leichtes Drücken in den Arm sein. Diese Glücksgefühle werden nun mit dieser Bewegung verbunden oder geankert.

      Wenn ich diesen Moment richtig geankert habe, kann ich wann ich will meinen Arm drücken bzw diesen Anker aktivieren und sofort spüre ich diese Glücksgefühle.
      Ankern kann man dann verwenden um in Angstsituationen sich Mut zu machen oder wenn man Traurig ist Freude empfinden und auch um sich zu motivieren.
      Leider funktioniert das unbewusst auch mit negativen Emotionen. Zb Soldaten die aus dem Krieg zurückkommen und nach einem Knall an Feinbeschuss denken etc

      Als Tipp: Das nächste mal wenn man sich richtig gut fühlt sich einen Anker überlegen, darauf konzentrieren und den Moment festhalten :good:
      Ist jedoch eine Fortgeschrittene Methode, habe sie selber noch nicht wirklich benutzt, aber möchte es noch irgendwann nachholen.

      Coungster hat es in seinem Blog, den ich bereits gepostet habe auch erwähnt.
      An alle die Coungster das nächste mal spielen sehen. Achtet darauf was er vor einem Kampf macht.
      Er geht kurz in sich, motiviert sich und aktiviert seinen Anker. Das nächste mal drauf achten ;)

      - 6 -

      Edit:
      Man kann auch das Ankern auch anders nutzen.
      Zb wenn man nicht mehr faul sein will und sich entschließt Sport zu machen.
      Sollte die Belohnung nach dem Joggen nicht Fernseher gucken und Chips essen sein.
      Denn durch das Essen von Süßigkeiten entstehen wieder kleine Glücksgefühle, und diese Glücksgefühle werden mit faul auf dem Sofa rumsitzen verbunden.

      Wenn man nun zb eine Serie gerne guckt, kann man es so machen, dass nach einmal Joggen eine Folge geguckt wird.
      So verbindet man etwas was man ungern tut mit etwas gutem.
      Und sobald man sich dran gewöhnt hat, wird zb Joggen mit etwas gutem verbunden und man ist motivierter aufs neue rauszugehen.


      Da dieser Post aus einer Unlust am trainmode entstanden ist, zu mir:
      Im Grunde muss ich mich nicht für den Trainmode motivieren. Das liegt am meinem Mindset.
      Da ich ständig besser werden will, gehe ich in den Trainmode um etwas zu üben und es anschließend zu beherrschen.
      Es ist für mich einfach wichtig das, was ich lernen will zu beherschen, das verlange ich einfach von mir.
      Das ist meine generelle Erwartung an mich. Deshalb übe ich das und bin solange unzufrieden, bis ich die Combos oder etwas bestimmtes gelernt habe.
      Denn ich bin nicht zufrieden mit meiner Leistung solange ich das nicht beherrsche.
      Team Rookie, B

      Sheva - YouGenius - Carloz - Mac - Maruko - Nani - Halibel

      "Hear Me Roar"

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    • - VII. Risk / Reward -


      Hat zwar nichts mehr mit Mindset zu tun. Da das übergeordnete Thema das "sich bessern" beeinhaltet und meine Gedanken aufschreiben will mache ich das in diesem Thread.
      Entweder das Thema öffnet euch die Augen oder alles was ich schreibe ist totaler Schwachsinn, ihr könnt nur gewinnen.
      Eins meiner Lieblingsthemen und ein sehr häufiger Anfängerfehler. Somit hat dieser Post schon ein positives Risk/ Reward Verhältnis. ;)

      Übersetzt heisst das Risiko/ Nutzen Verhältnis. Also wie hoch das eingegangene Risiko im Vergleich mit meinem Ertrag ist.
      Simples Beispiel um das mal im Leben darzustellen mit "Aufwand/ Schaden" :
      Ihr fahrt auf ein Event, nehmt eine Station mit und seid euch unsicher ob ihr ein bestimmtes Kabel eingepackt habt. Nachsehen dauert eine Minute.
      Hier müsste man einfach nachschauen gehen, da der Aufwand (Risiko) viel geringer ist als der Schaden der dadurch entsteht. (Station fällt komplett aus)

      Jetzt zu FGs, ich nehme einfach mal paar Videos aus dem "Gemeinsame Video Analyse" Thread da ich keine Random Videos durchgucken will.
      Hoffe die Spieler nehmen mir das nicht übel. Aber da es im öffentlichen Thread gepostet wurde nehme ich an es ist ok. :)

      Beispiel 1
      Video 1 Der Sweep von Adon bei 1:57

      Situation:
      Adon hat einen Kd und macht einen Sweep auf wake up des Gegners.
      Warum war das eine komplett ungünstige Risk/reward Entscheidung?

      Was sind die wahrscheinlichsten Optionen des Gegners auf wake up?
      - blocken
      - backdash
      - flashkick (mit 2 Balken sehr wahrscheinlich)

      Mit diesem Wissen:
      Warum soll der Sweep treffen? Dafür müsste der Gegner
      - auf wake up crouchtechen/ poken
      Wird er nicht machen. Adon ist zu weit weg.

      - nicht blocken
      Auch sehr unwahrscheinlich. Höchstens wegspringen, aber da würde er lieber backdashen
      backdash > sweep

      Heisst gegen alle wahrscheinlichen Optionen des Gegners geht der Sweep auf
      - Block (0 Damage)
      - whiff (0 Damage)
      - srk (- ca 100 Damage)

      Bedeutet wieder bei allen wahrscheinlichen Optionen des Gegner mache ich keinen Schaden! Das heisst mein Reward (Ertrag ) ist in dem Fall 0 oder Minus.
      Risiko ist im Gegensatz hoch da der Gegner entweder blocken, ausweichen oder flashkicken wird.

      Somit ist hier ein hohes Risiko eingegangen worden, wobei es Ertragsmässig nichts zu holen gab.

      Beispiel 2
      2:20
      Runde beginnt. Adon wartet kurz sodass der Gegner chargen kann und baitet ihn. Guile fällt drauf rein und kann gepunished werden.

      Hier hat Adon alles richtig gemacht. Entscheidung bait:
      Risiko:
      - Sonic Boom abzubekommen

      Da der Gegner keinen Ultra hat um auf Bait und richtigen Jaguar Tooth zu reagieren ist das größte Risiko das Adon hat einen (zufälligen ) SB abzubekommen. Wobei das wieder sehr unwhs ist.
      Sein Reward ist jedoch sehr groß.
      - Großer Punish
      - Gleich zu Beginn Offensive starten und Guile nicht zum zonen kommen lassen.

      Risk/ Reward war komplett in Adons favor.
      Umgekehrt war es beim Guile Spieler. Da musste er etwas anderes tun zb backjumpen. Dann
      - kein punish möglich
      - er schafft Distanz und kann mit zoning beginnen
      - egal ob bait oder nicht, er vermeidet beides.

      Beispiel 3
      Video 2 0:45

      Cross up tatsu.

      Ryu hat Guy in die Ecke gebracht und lässt ihn sofort wieder raus. Warum? Ich nehm mal an das aus dem Kampf heraus um Damage zu machen. Man muss aber langfristig denken.
      Was ist der Ertrag in de Situation? Einzig 100 Damage machen.
      Dafür kommt Guy aus der Ecke und kann sich midscreen wohlfühlen. Das ist mehr eine Verschlechterung als Verbesserung der Situation, selbst wenn der Tatsu trifft.
      Lass ihn in der Ecke und dort kannst du mehr Damage machen.

      Ertrag bei Crossup Tatsu
      + 100 Damage beim Jump in
      - Guy midscreen, schwer Damage zu machen

      Ertrag bei Safejump
      - 0 Damage beim Jump in
      + Möglichkeit Guy komplett zu vermöbeln
      + In der Ecke hat Ryu ein zusätzliches Ultrasetup

      Beispiel 4
      Akuma macht lk tatsu und Shoryuken um den Gegner zu killen
      Macht aber hp srk obwohl lp srk ausreicht

      Ertrag ist bei beiden der gleiche (Runde gewinnen)
      Risiko ist jedoch immens größer beim hp srk da beim der harte srk stärker bestraft werden kann als der leichte

      Beispiel 5
      Gegen Rufus in der Ecke

      Gegen Rufus in der Ecke seltener crouchtechen.
      Wenn man bei einem Crouchtech einen divekick abbekommt bekommt man zusätzlich noch die Ultra ab. crouchtech => hohes Risiko
      Den Damage den Rufus mit einem getroffenen Divekick + Ultra machen kann, dafür müsste er ca 3-4 mal werfen. Und wenn man nicht crouchtecht ist es die einzige Schadensquelle (ausser overhead).
      Von daher Hohes Risiko durch crouchtech
      ca 1/3 oder 1/4 des obengenannten Risiko durch werfen lassen.

      Beispiel 6
      Ohne Video. Situation:

      Char: Cody vs Akuma
      Life: 1-5% - 100%

      Akuma macht einen hp Srk der whifft. Cody hat Volle Super und Ultra Leiste.
      Was ist Codys sinnvollster Punish für den srk? Maxdamage = Ultra?
      Falsch!

      Denn was muss Cody tun um das Match zu gewinnen?
      Variante 1:
      Ultra. Dann hat Cody sehr viel Damage gemacht lässt Akuma mit ca 400 Life am Leben. Muss jetzt noch an Akuma rankommen und ohne gechippt zu werden 2 Combos anbringen.
      Und 2 Combos mit 1-5% Life anzubringen wird sehr schwer.

      Variante 2:
      Starke Combo . Wenn Cody anstatt Ultra eine Combo macht, zieht er Akuma über 300 ab. Aber vor allem wird Akuma kurz vor dem Stun stehen. Dann muss Cody nur noch eine Combo bringen. Akuma wird gestunnt und Ultra erledigt den Rest.

      Heisst mit Variante 1 müsste Cody danach noch 2 Combos anbringen was unwahrscheinlich ist. Mit Variante 2 muss Cody nur noch eine Combo anbringen was natürlich viel leichter sein wird.
      Solche Situationen habe ich gemeint mit
      Die Spielweise wählen mit der höchsten Wahrscheinlichkeit auf Erfolg

      Mit diesem Beispiel wollte ich darstellen das die offesichtlichste Option (Max Damage) nicht immer die richtige ist.
      Mit einem anderen Char zb Vega wäre Ultra richtig gewesen da ich Akuma nicht leicht stun bekomme und Ultra die leichteste Option für viel Damage wäre.

      Letztes Beispiel
      Der Thread "Gemeinsame Video Analyse".

      Aufwand:
      Video aufnehmen hochladen, Feedback lesen
      Ertrag:
      - unbrauchbare Infos (kein Verlust)
      - brauchbare infos, Game aufgelevelt

      Anders gesagt: Mit wenig Aufwand hohen Ertrag erzielt. Risiko gibt es nicht.
      Aber muss jeder für sich entscheiden

      Fazit
      Risk/ Reward Entscheidungen sind überall in Matches. Fast alle Fehler sind negative R/R Situationen.
      Safe spielen hat meistens ein positives Risk/reward Verhältnis. Random Shoryukens/ wakeupultras sind (wieder meistens) nur schlechte Risk/reward Situationen.
      Ob die R/R Situation positiv oder negativ ist hängt von vielen Faktoren ab. Life (lead), Meter, Position, Erstes match oder matchpoint etc

      Die sichtbarsten R/R Situationen sind die, bei denen ein Move oder Button unnötig gedrückt wurde. Wie im ersten Beispiel.
      Erst wenn jeder Button den man drückt einen Sinn bekommt und kein Button unnötig gedrückt wird spielt man perfekt (perfekt spielen geht gar nicht, ich weiß)
      Das ist ein weiterer großer Unterschied zwischen Profi und Anfänger: Pros drücken viel weniger unnötige Knöpfe.
      Wenn ein Button gedrückt wird, dann hat er meistens einen Zweck. Und nicht mal mit Pokes um sich schmeißen, crouchtechen obwohl der Gegner zuweit weg ist usw.

      Die wichtigen Fragen sind
      - Was hat mein Gegner für Optionen
      - Was sind die wahrscheinlichsten
      - Welchen Ertrag ergibt sich dadurch
      - Welches Risiko ergibt sich dadurch

      Das waren die ersten Beispiele die mir eingefallen sind. Es gibt auf jeden Fall Situationen die schwerer einzuschätzen sind. Und fast jedes Match ist voll von R/R Situationen.
      Gute Spieler haben das Prinzip verinnerlicht und wenden es an oder genau darüber nachzudenken. Deshalb hier die genaue Analyse was sich dahinter verbirgt.
      Aber ich denke wenn man das Prinzip verstanden hat und anwenden kann, wird man seine Fehler schneller erkennen.
      Hoffe es hat geholfen :)
      Team Rookie, B

      Sheva - YouGenius - Carloz - Mac - Maruko - Nani - Halibel

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    • - VIII. Sich-selber-schön-reden -


      Wird an der Zeit wieder das allgemeine Mindset zu kritisieren.
      Ist zwar im Anfangspost angedeutet worden aber das verdient einen eigenen Post.
      Vor allem aber weil wenn ich mit guten Spielern mich über die Community und das Forum unterhalte und ich mich ertappe wie ich mich immer wieder über ein bestimmtest Verhaltensmuster aufrege.
      Das Problem dabei ist das ich es oft beobachte ich aber mit gutem Beispiel vorangehe und keine sinnlosen hates schreibe. Und das würde ich nur allzugerne tun...
      Deshalb werde ich auch hier natürlich auf die Erwähnung von Namen verzichten.

      Was haben alle schlechten Spieler mit falschem Stolz und zu wenig Charakter gemeinsam?
      Richtig, sie versuchen sich besser zu reden als sie sind.

      Wenn es im geheimen passieren würde und es nie jemand jemals erfährt wäre es kein Problem. Aber diese Spieler versuchen sich in der Öffentlichkeit besser darzustellen als sie sind.
      Und es nervt, da ich und andere Leute diese Versuche sich schönzureden entlarven. Das ist peinlich und hoffe nach dem Post werden die Leute damit aufhören oder wenigstens werden es alle anderen auch entlarven.

      Welche Formen hat das "sich schönreden"?
      Hier ein paar Beispiele:

      "Ich spiel nicht so viel"
      Übersetzung:
      Kommt öfter vor sobald man dem Spieler ein Kompliment gibt. Und dieser Spieler will dieses Kompliment aus eigener Kraft noch verstärken.
      "Trotz wenig Zeitinvesition spiele ich "auf einem angenehmen Level". Ist auch gleichzeitig die Entschuldigung dafür wenn ich schlecht spielen sollte. Und wenn ich in den matches gut spiele, dann stehe ich doppelt so gut dar. Würde ich mehr Zeit investieren wäre ich noch besser."

      "Normalerweise spiel ich besser"
      Übersetzung:
      "Ich will nicht so schlecht dastehen. Ich will nicht als schlechter Spieler gesehen werden. Ich kann auch besser spielen. Bitte glaub mir" ;(

      Generell alle Aussagen die darauf aufmerksam machen sollen man sei eigentlich gut, sind Anzeichen dafür das der Spieler weiß er wird von anderen nicht als gut angesehen.
      Woher kommt das?
      Der Spieler will auf jeden Fall Anerkennung bekommen. Er will als gut angesehen werden. Sein Skill reicht dafür offenbar nicht aus, deshalb muss er selber nachhelfen.
      Und ab da wirds lächerlich. Denn anstatt dafür zu arbeiten Anerkennung durch Fleiss und Resultate zu bekommen, nimmt er die Abkürzung und will sich diese Anerkennung ermogeln.
      Verständlich das mit diesem Mindset diese Spieler auch schlecht bleiben.

      Die guten Spieler haben das nicht nötig. Sie wissen wie gut sie sind und sie brauchen es keinem zu beweisen. Wenn jemand zweifel hat werden diese Zweifel durch Resultate entkräftigt.
      Wenn nicht dann arbeitet man an sich selber bis diese Resultate kommen. Das macht die guten Spieler aus.

      Ein Beispiel von mir das ich im SF4 Stammtischthread erwähnt habe:
      Spoiler anzeigen
      Oder nach RoadtoEvo kamen auch 2Pac und Luffy zu mir und sagten best Vega in Europe.
      War stolz drauf und habe es geglaubt.
      Habe von Solidjin videos gesehen. Fand ihn nicht gut und dachte mir, alter wie spielt der Junge. Und dann gewinnt er auch noch so gegen Gagapa oder Vryu. Habe auch mit Emersion darüber geredet das ich ihn nicht gut finde.
      Dann vor paar Monaten hat er mich hart geraped und ich habe sofort eingesehen das er besser ist.
      Hätte aber auch dneken können: "Öh, Luffy hat aber gesagt...."

      Auch nach dem Duc da denke ich immer noch das er besser ist. Trotz der guten Teammatches und Shevas "best Claw in Europe"
      Das habe ich auch Emersion gesagt nachdem er mir zu den Teammatches gratuliert hat, obwohl er mich danach gar nicht gefragt. Hätte mir auch den "Ruhm" einstreichen können.


      Emersion hat mich jetzt vielleicht sogar auch überholt. Ist ok für mich. Wenn ich besser bin, dann werde ich trainieren und beweisen ich kann besser spielen. Wenn nicht, dann kenne ich ihm seinen Skill an.
      Halibel hat auch gesagt in der Platzierung der deutschen SF4 Spieler bin ich einen Platz runtergerutscht. Meiner Meinung nach sogar mehr, ist ok für mich. Ich hätte es von ihm scheiße gefunden wenn er gelogen hätte. Nach dem Motto wir sind in einem Team und Freunde, er sagt mir was ich hören will. Das wollte ich hören, denn das gibt mir die Motivation
      Merkt man langsam den Unterschied in den Mindsets?

      Demu, Sheva, Orkan, Gado, Shinjo und Nani haben nie versucht sich besser darzustellen.
      Maruko auch nie und hatte jetzt die Gelegenheit sich seinen Platz ehrlich zu erspielen. Jetzt hat er die verdiente Anerkennung ohne sie sich zu erschleichen.
      Kenzo und Highlander zeigen keine Präsenz hier im Forum, aber die guten Spieler wissen dennoch das sie gut sind.
      Demnächst können auch XaberRiderz, Kalle und Vexor im King of the Hill ihr Können beweisen.
      Es ist nicht wichtig das die Mehrheit der Community über den Skill bescheid weiß. Es wichtig das die guten Spieler es wissen, denn nur sie können den Skill einschätzen und nicht die Community.
      Die Com hat immer eine verzehrte Meinung darüber und ich muss immer lachen wenn ich höre wer anscheinend gut oder sogar Top 10 sein soll oder wer anscheinend schlecht ist, wobei die guten Spieler es besser wissen.

      Zum Abschluss.
      Es ist ok wenn jemand nicht viel Zeit zum spielen hat oder in letzter Zeit wenig gespielt hat.
      Aber man sollte dabei erkennen wie der Spieler es meint. Ob er dabei besser darstehen will oder einfach nur ehrlich ist.
      Ich will nicht das nun jeder Angst haben soll zu sagen er hätte wenig gepielt oder sonstwas.
      Ich habe in letzter Zeit auch wenig gespielt höhö ;)
      Team Rookie, B

      Sheva - YouGenius - Carloz - Mac - Maruko - Nani - Halibel

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    • - IX. Turniervorbereitung Teil.1 -


      Hier stelle ich meinen Ansichten und Methoden zur Turniervorbereitung dar. Ob es effektiv ist muss jeder für sich selber entscheiden.
      Ich werde beschreiben wie ich für mich das meiste in kurzer Zeit rausholen würde, da ich mich selber nicht mehr Stundenlang für Turniere vorbereite und die Nicht-Studenten noch weniger Zeit haben dürften.
      Wenn man viel Zeit hat, kann man natürlich beim Training sehr ins Detail gehen wie zb Video oder Spieleranalyse, die ich aber vorerst als sekundär betrachte.

      Zuerst einmal ist es wichtig wie ihr euren skill einschätzt und zu wissen was eure Hauptdefizite sind. Das gilt für jeden Unterschiedlich und sollte je nach Defizit anders gewichtet werden. Aber dazu später...
      Ich teile es der leichtigkeitshalber in 3 Stufen ein:

      Beginner
      Mittel
      Top Spieler


      Beginner

      Der Beginner sollte sich um die Spieler oder Matchups generell wenig Sorgen machen. Er sollte sich darum kümmern seine Basics zu stärken. Einen Thread dazu findet ihr hier (link).
      Um es zusammenzufassen trainiert man seine pokes, antiairs + combos (hitconfirms)
      Ich behaupte dass man mit guten Basics auf einem durchschnittlichen Turnier die Gruppenphase überstehen kann.
      Zum Beispiel habe ich gesehen dass ein Ryu Spieler in der Gruppenphase in einem match mindestens sich 5-6 mal hat anspringen lassen. Wenn wir das theoretisch angehen, sehen wir das damit 500-600 an damage verloren gegangen ist und dazu noch 5-6 knockdowns....mehr als nötig um zu gewinnen. Näher gehe ich auf die Beginner Vorbereitung nicht ein.
      Da die Basics im oben genannte Thread erläutert sind. Und wie die Basics gezielt trainiert werden können beschreibe ich jetzt.

      Mittel:

      Ab hier wirds interessant, da die meisten Spieler sich in diesem Bereich befinden. Dieser Spieler schaut sich die Teilnehmer des Turnieres an und schreibt sich die Spieler aber vor allem Charaktere raus die ihm gefährlich werden können.
      Wenn man einen Spieler 5:2 in Casual besiegt, sehe ich das schon als gefährlich an da bei einem bo3 Match alles passieren kann. Erst recht wenn der gegnerische Charakter einen random Faktor hat ( Seth, Viper, Cammy, Akuma, Makoto....)

      Als erstes gilt wie beim Beginner der erste Schritt: Die Basics!
      Wenn jemand schon mal einen Gegner mit 1-50 Damgage hat leben lassen, weil er einen punish/fulldamage combo ausgelassen hat sollte wissen das der Gegner mit minimalen Lebenspunkten überleben und einen comeback starten...und nur weil man die irgendwo im Match einen Punish verfehlt oder eine combo gedroppt hat.
      Spoiler anzeigen
      Wichtig ist damit gemeint das man nicht die schwierigsten 1-Frame Combos drauf hat und nutzt.
      Grob gesagt kann man in SF4 leichte combos machen die 200 Damage machen und die schweren maxdamage Combos machen 220 Damage. Die 20 Zusatzpunkte lohnen sich nicht, da man die Combo (bei Turniermatches und nicht voller combosicherheit) eher droppen wird. Bevor man ewig Zeit in schwere 1-frame Combo steckt, kann man die Zeit in Basic(combos) und Matchup-Training stecken.


      Wenn die Basics stimmen, lernt man die MUs die am häufigsten vorkommen im Turnier. Wenn Gamerbee (Adon) zum Turnier kommt und 5 Ryus kommen, sollte man hauptsählich das Ryu MU üben.
      Ist zwar vorbildlich das man gegen Gamerbee gewinnen will, ist aber Zeitverschwendung. Denn gegen Gamerbee zu gewinnen während es 5 Ryus und 15 andere Spieler die einen raushauen können, ist einfach eine falsche Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und das hat nichts mit falschen Mindset zu tun.
      Dann lieber weit im Turnier kommen und gegen Gamerbee verlieren, anstatt schon in der ruppenphase gegen einen mittelstarken Spieler zu verlieren.

      Jetzt haben wir
      1. Basics
      2. Liste von Charakteren die gefährlich sind

      Jetzt kommen wir zu Punkt 3:
      Eigene Defizite

      Und bei Punkt 3 wirds interessant da ich immer wieder feststelle das die meisten nicht wissen wie man den Trainingsmodus effektiv nutzt.
      Die Folgenden Videos sind ein Beispiel dafür wie man seine Schwächen im Trainingsmodus verbessern kann, da viele den Trainmode nur für Combos nutzen und damit nur ein Bruchteil davon üben was im Trainingsmodus möglich ist.
      Ich stelle nur die Kurzversion dar, da man alles noch viel detailierter üben kann.

      Poking


      Zuerst recorde ich den poke meines Gegner mit der größten range und versuche mir die range einzuprägen. Ich kann auf max range meine eigenen pokes nutzen um die range besser einzuschätzen.
      Dann laufe ich mit dem dummy rum, und poke ab und zu. Gleichzeitig versuche ich seinen poke zu punishen

      Ziel: Footsie, Reaktion, poking

      Video

      AA

      Ich könnte einen Gegner einfach jumpen lassen, aber das wäre zu vorhersehbar. Daher lass ich den Dummy poken, und irgendwann einen schnellen divekick machen.Damit ich mich nicht nur auf meinen AA konzentriere versuche ich seine pokes zu bestrafen. Denn im richtigen match muss ich auf footsie UND AA achten.

      Video
      Ziel: Footsie, Reaktion, AA

      Defense/Offense

      Defense und offense kann man beides gleichzeitig üben und für jedes MU nochmal extra. Wobei sich die Frametraps nicht so krass unterscheiden.
      Dabei muss man nicht unbedingt die Frametraps des Gegners kennen. Einfach einen mix aus cr.lp, cr.mp, st.hp nutzen, da das die meisten frametraps abdeckt.
      Und immer wieder die Rolle zwischen Angreifer und Verteidiger wechseln. Man recorded einen Angriff, lässt es abspielen und versucht alles zu blocken/techen.
      Wenn es klappt, recorded man wieder einen neuen Angriff und versucht es sich so schwer wie möglich zu machen.

      Video

      Habits (Fokus)

      Wenn man seine Habits kennt, kann man die im Match nachstellen. Viele haben die Angewohnheit midscreen bei ner Fokus Attacke reinzuschlagen und einen crumple abzukommen.
      Daher recorded man midscreen eine footsie Situation und gewöhnt sich den Drang ab bei einem Fokus reinzuschlagen.
      Zb dann mache ich immer cr.mk into srk. Oder cr.mk into ex tatsu. Oder auch einfach eine Fokus Attacke blocken. Immer wieder bis der habit abgewöhnt ist.

      Video

      Wichtig dabei ist das man nicht zu vorhersehbar recorded. Nach kurzer Zeit wird man sich langsam an das Timing gewöhnen, daher wieder neu aufnehmen.
      Deshalb habe ich in dem Video "AA" auch Yun geworfen, um die aufgenommene Schleife durcheinanderzubringen. Da die Schleife immer weiter läuft weiß ich nicht an welcher Stelle der Dummy ist und stelle so eine realistische Situation vor.

      Das ist ein kleiner Auszug davon wie man den Trainingsmodus nutzen kann. Wenn man kreativ ist kann man unzählige Situationen nachstellen.
      Und nicht nur das man damit viele Attribute gezielt verbessert, sondern gewöhnt man sich vor einem Turnier an geduldiger zu spielen, besser zu reagieren und gewöhnt sich wieder an das offline Gefühl.

      Auf diese Weise kann jeder Spieler den Trainingsmodus nutzen, egal welcher Skilllevel.
      Man muss nur wissen „was will ich verbessern?“ und Möglichkeiten finden diese im Trainmode nachzustellen.

      Matchups:

      Ich werde hier nicht zu sehr ins Detail gehen weil es für jeden Char zu individuell ist.
      Mein grober Tipp ist sich hauptsächlich das midscreen game des Gegners zu erforschen.
      Seine wichtigsten Pokes, seine jump in Möglichkeiten und am wichtigsten in welcher Range ich zu stehen habe um auf alle Optionen entsprechend reagieren zu können.
      Wenn man das footsie game gewinnt, ist schon ¾ des Matches gewonnen.

      Es reicht aber grob oberflächlich die MUs zu üben. Heisst es müssen keine 1-Frame punish zum erbrechen einstudiert werden wenn man die nicht draufhat, vor allem wenn unter Turnierbedingung man es am Ende eh verfehlt und dadurch verliert. Dann lieber die Zeit nehmen und die Basics stärken oder noch mehr MUs trainieren. ( Wenn man zu wenig Zeit hat)

      Nochmal zusammengefasst 3 Dinge die ich vor dem Turnier übe:
      1. Basics
      2. MU
      3. Defizite
      Team Rookie, B

      Sheva - YouGenius - Carloz - Mac - Maruko - Nani - Halibel

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    • IX. Turniervorbereitung Teil.2


      Top Spieler

      Die wichtigsten Tipps sind oben schon genannt und die Topspieler wissen wie man zu trainieren hat.
      Im Grunde ist es schon beschrieben, nur man geht noch mehr auf die Kleinigkeiten in einem Match/ MU ein.

      Beim Event


      Wenn man casuals spielt, besonders bei ft 5/10 sets ist es nur logisch das man gewinnen will. Besonders gegen einen guten Gegner will man zeigen dass man doch viel besser ist. Auch wenn es ein Videospiel ist, am Ende will doch jeder Anerkennung für seine Leistung bekommen.
      Daher tut man alles um im diesen Set zu gewinnen oder zumindest so hoch wie möglich zu gewinnen. Und das ist der falsche Weg um besser zu werden. Man gewinnt vielleicht kurzfristig, aber langfristig verliert man.

      Man sollte in casuals anstatt versuchen zu gewinnen lieber versuchen zu lernen. Und das ist ein großer Unterschied.
      Zb bin ich mit Ryu gerade in der Defense und muss blocken. Ich könnte einen srk reinhauen, er trifft und stehe besser da als vorher. Habe damage gemacht und mich befreit. Super.
      Aber was habe ich dadurch erreicht? Eine komm-aus-dem-Gefängnis-frei Karte eingesetzt.
      Nur es benötigt keinen skill einen srk reinzumashen aber es benötigt defense skill den Angriff zu überstehen. Und nicht nur das, ich lerne auch ruhig zu bleiben in einer pressure Situation.
      Und das sind 2 sehr wichtige Eigenschaften die ich nie oft genug üben kann.

      Ich habe zb gegen Shevas Cody mit meinem Ken gespielt. Habe einfach normal gespielt und total verloren. Dann dachte ich mir: Ok, versuche jetzt rauszufinden wie das footsie Game gegen Cody funktioniert. Ich werde so oder so verlieren. Aber dafür lerne ich für die Zukunft wie ich mich midscreen zu verhalten habe.
      Und siehe da, in dem nächsten match habe ich gewonnen. Und nicht nur das, jetzt mache in Zukunft viel weniger Fehler im footsie game. Habe dadurch langfristig viel mehr profitiert.

      Daher zu Beginn lieber mehr verlieren aber dafür umso mehr lernen. Und im Turnier kann man wieder random wie Lottozahlen sein (wenn es hilft)

      Essen

      Ist wahrscheinlich eine Wissenschaft für sich und wenn jemand Tipps hat, wäre ich dafür sehr dankbar.
      Ich mach das so dass ich nur das esse was nicht so schwer im Magen liegt. Obst zum Beispiel, und nichts fettiges. Und 1-2 Std vor Turniermatches esse ich nichts. Was oft auch unangenehm ist da ich nicht immer weiß wann das Turnier weitergeht und ich am Ende ( wie letztens in Holland) den ganzen Tag über nichts esse. Soll nicht zum nachahmen auffordern, aber lieber mit leeren anstatt vollem Magen ins Turnier gehen.
      Von dem Standpunkt wäre ein übersichtlicher Zeitplan seitens Turnierorga von Vorteil.
      Mittlerweile machen wir zu Hause etwas zu essen und nehmen es mit auf die Events. Da die Turniertage extrem belastbar sind wegen der unregelmäßigen Nahrungsaufnahme, steuern wir mit selbstgemachten (und natürlich leckeren) Essen dagegen. ;)

      Zb Reis/ kartoffeln in der Pfanne gebraten, zusammen mit verschiedenem Gemüse, Mandeln/Erdnüsse, Kürbiskerne.
      Wenn Brot geschmiert wird, dann auch mit Gurken, Thunfisch, Mais, Salat etc…
      Also hauptsache Nährstoffe. Ein Toast aus Weißbrot mit ner Salamischeibe drauf gibt zwar einem das Gefühl das man satt ist, aber mit richtigen Nährstoffen hat das nichts zu tun. Und gesund ist es schon gar nicht.
      Und die Ernährung spielt eine wichtige Rolle wenn das Turnier erst gegen Mitterrnacht fertig ist.

      Süßes wie Schokolade soll auch gut sein für schnelle Energiezufuhr.

      Trinken

      Früher habe ich viel Energy getrunken, aber nicht wirklich einen Unterschied gemerkt. Zudem kommt hinzu das die Events mehrere Tage gehen und wenn man am ersten Tag seinen Körper mit Energy vollpumpt schläft man nicht so gut und ist am wichtigsten Turniertag nicht voll ausgeruht.
      Daher nur noch Wasser.

      Mindset/ Ziele

      Auch wichtig, aber wurde schon behandelt. Hier (link).

      Dazu noch einige andere Tipps zum vorbereiten von Turnieren.

      TR Sheva

      Demulant
      Chargi

      Wenn jemand andere Wege hat sich vorzubereiten, etwas hinzuzufügen hat oder etwas komplett anders angeht (wie die typische TR Vorbereitung in Amsterdam hehehe...) dann behaltet es nicht für euch.
      Vielleicht helft ihr damit jemandem in der deutschen Szene :good:
      Team Rookie, B

      Sheva - YouGenius - Carloz - Mac - Maruko - Nani - Halibel

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    • X. Stagnation
      von TR Sheva


      Es wird mal wieder Zeit über ein Thema zu schreiben, was bestimmt jeder einmal erlebt hat. Dieses plötzliche Gefühl, dass man nicht weiterkommt. Es trifft einen wie ein unerwarteter Schlag.
      Egal was man macht, egal welche Optionen man im Kopf durchgeht, egal wie sehr man sich bemüht, man sieht einfach keinen Ausweg aus dieser Situation.

      Ich möchte meine Gedanken über Stagnation niederschreiben. Stagnation in dem Sinne, dass man in seinem Game (oder einem Problem im echten Leben) nicht mehr weiterkommt. Man beherrscht seinen Char,
      hat früher Top-Resultate erbracht und war Stolz auf seine Leistung. Doch auf einmal zählt das alles nichts. Man fühlt, wie man sein Limit erreicht hat, man nie wieder was außergewöhnliches erreichen wird und die beklemmende Gewissheit,
      dass dieser Zustand sich nicht verändern wird. Das allerwichtigste über Stagnation:

      Es ist nur ein Gefühl. Es ist subjektiv, es ist nicht die Wahrheit und es ist schon gar nicht das Ende.
      Stagnation ist zum Glück nur ein subjektives Gefühl. Das bedeutet, es ist nicht die Wahrheit und vor allem nicht das Ende, auch wenn es sich so an-fühlt.
      Stagnation kommt aus dem einfachen Dilemma heraus, dass man ein Problem hat, dass man nicht lösen kann. Ein Problem kann man jeodch nur deshalb nicht lösen weil man nicht die (Lösungs)-Optionen kennt die man benötigt,
      um dieses Problem zu lösen (mit Optionen meine ich das nötige Wissen, welches notwendig ist, um eine Aufgabe (hier: Problem) zu lösen).

      Erlebt man also das Gefühl der Stagnation, so fühlt man zwar das man nicht weiterkommt, denkt sich alle möglichen Sachen hinein, doch im Endeffekt ist es nur das Dilemma, dass man nicht das nötige Wissen hat, um dieses Problem zu lösen.
      Das ist schon mal der erste, wichtige Schritt, den man erkennen muss: Man hat zum jetzigen Zeitpunkt einfach nicht alle Optionen ausgeschöpft, die einem zur Verfügung stehen und das man sich bewusst aus der Stagnation herausziehen kann.
      Die meisten sehen diesen wichtigen Schritt nicht und verharren in ihrer Starre und das ist das verheerende: Stagnation bedeutet Stillstand und Stillstand bedeutet Rückschritt.

      Wenn man sich bewusst gemacht hat, in welchem Zustand man ist, fängt die schwierige Aufgabe erst an: Das Suchen nach Informationen! Denn der Zustand, in welchem man sich befindet, kann gelöst werden.
      Dafür braucht man die richtigen Informationen. Meiner Meinung nach geht meistens eher darum, dass Problem aus einer anderen Perspektive zu sehen und das schafft man, indem man so viel Input erhält wie möglich.

      Das macht man in dem man:
      -sich mit vielen Leuten über dieses Problem unterhält und vor allem ihre Meinung anhört und versucht, ihren Standpunkt zu verstehen.
      - sich mit Menschen unterhält, die ein ähnliches Problem hatten (egal ob sie es gelöst haben oder nicht, vielleicht hatten diese etwas ausprobiert was ihnen nicht geholfen hat, aber einem selber hilft)
      - wenn möglich dieses Problem konfrontieren ( auf Bemus bezogen: Trainingsmodus)
      - Internetrecherche (egal ob Foren, Videos oder Blogs)

      Es geht einfach nur darum, so viel Wissen wie möglich aufzusaugen. Man weiß vorher nicht, was einem hilfreich sein wird und was nicht.
      Manchmal kann man das Problem bewusst und gezielt lösen. Man erfährt eine Lösung, die man vorher nicht kannte. Doch häufig kommt es auch vor, dass man die Lösung einfach nicht findet und das Problem sich, zumindest vom Gefühl her, nicht lösen lässt.
      Hier empfehle ich eine Pause von der Problemlösungssuche. Wenn man sich zu sehr auf das Problem fixiert, kann es passieren, dass man alle Lösungen ausblendet und den Wald vor lauter Bäume nicht sieht.
      Es ist so, dass die menschlichen Sinnesorgane unterbewusst viel mehr Informationen aufnehmen (und auch speichern) als der Mensch es bewusst wahrnimmt. Löst man sich von der versteiften (wieder ein Wort, dass auf Stillstand hindeutet) Haltung und lenkt sich ab, wird das Unterbewusstsein die Informationen sortieren und einem im optimalen Fall zur Verfügung stellen (deshalb fallen einem die besten Ideen auch nicht im Meeting, sondern in der Freizeit ein).

      Wenn man zum Beispiel in seinem Game nach einem harten Casual-Wochenende oder Turnier nicht weiterkommt, dann empfehle ich eine bewusste Pause zu machen. Das Spiel nicht mehr anzufassen und sich mit anderen Dingen zu beschäftigen. Denn wenn man in einem negativen Zustand spielt, sich vermöbeln lässt und „einfach nichts klappt“, dann gewöhnt man sich auch dieses Verhalten an. Dieses sollte man sofort unterbrechen.
      Die Dauer der Pause kann man nicht exakt bestimmen. Es kann nur ein Tag oder auch ein Monat sein.
      In dieser Pause kann man sich Matchvideos anschauen oder mit anderen Leuten reden, um so viel Infos wie möglich zu sammeln (die zu neuen Sichtweisen und Lösungsansätzen führen). Vor allem nachdem man viel gezockt hat oder sich mit diesem Problem auseinander gesetzt hat, hat man unterbewusst viele Informationen schon aufgenommen, obwohl man das nicht wahrnimmt. Man kann die Informationen vielleicht nicht immer bewusst verarbeiten, aber unterbewusst tut es der Körper.

      Beispiel aus meiner Erfahrung (hier SF4):
      Kurz vor dem DuC 2012 habe ich das Gefühl das ich mit meinem Cody nicht weiterkomme. Ich kann meine Combos, benutze AAs, meine Verteidigung ist solide und mein Angriff ist gut.
      Doch plötzlich verliere ich gegen Spieler, gegen die ich sonst locker gewinne oder ich verliere so viele Ranked Matches wie noch nie und das mehrere Tage hintereinander.
      Da habe ich das erste Mal das Gefühl der Stagnation kennengelernt. Das Spielt macht keinen Spaß mehr und man weiß gar nicht mehr, wofür man seine Zeit noch weiter investieren soll.
      Nun könnte ich weiterspielen und hoffen, dass sich was ändert. Ich habe das Gegenteil gemacht. Ich habe aufgehört zu zocken und nach Hilfe gesucht.
      Ich quatsche Shind an, der sich damals langsam aus der Bemu-Szene zurückzog. Er gab mir den einfachen Tipp, erstmal nicht zu zocken sondern sich einfach paar Match-Video anzuschauen und bischen zu lesen.
      Das klang zwar simpel und nicht gerade vielversprechend, doch ich tat es.

      Ich schaute mir viele Matchvideos an und analysierte mein Game in vielen Abschnitten (Footsies, Verteidigung, Angriff, Reaktion). Dann trainierte ich noch mal meine Fundamentals (Combos, AA, Reaktionen, MUs).
      Ich lernte auf der bewussten Eben nichts neues dazu, doch auf dem nächsten Turnier zeigte sich, dass ich unterbewusst mehr dazugelernt habe als erwartet. Mit dem Ergebnis, dass ich auf dem kommenden DuC Tokido besiegen konnte.

      Weiteres Beispiel:
      Ich musste eine mündliche Prüfung in der Uni vorverlegen. Für diese Prüfung habe ich die Klausuraufgabe schon einen Monat vorher erhalten und musste sie selbstständig lösen. Doch sie war zu schwer für mich alleine.
      Meine Kumpels konnten mir nicht helfen da sie die Klausur erst später schrieben und sich mit dem Thema noch nicht auskannten. Also musste ich alleine ran.
      Ich saß Tagelang vor dieser Klausuraufgabe und kam einfach nicht weiter. Egal wie viel ich im Inet recherchierte oder den Tutor fragte, ich kam einfach nicht weiter, bis es nur noch 5 Tage bis zur Klausur waren.
      Mein Körper geriet, mit jedem Tag den die Klausur näher kam, in Panik.
      Meine Kumpels wollten mit mir einen trinken gehen und ich sagte instinktiv ab, denn das würde den nächsten Tag aufgrund eines möglichen Katers zunichte machen.
      Jedoch stimmte ich zu, ging mit meinen Freunden aus, vergaß die Klausur für einen Abend und wachte am nächsten Tag motiviert auf. Ich setzte mich an die Aufgabe und wie durch ein Wunder konnte ich eine Teilaufgabe lösen. Diese Wende führte dazu, dass ich auf einmal in der Lage war, die andere Aufgaben zu lösen bis hin zu dem Punkt, wo ich fast alle Aufgaben gelöst habe und voller Selbstbewusstsein in die mündliche Prüfung ging.

      Das Lustige dabei: Ich habe fast alle Fragen falsch beantwortet. Doch war es schlimm? Nein, denn ohne diese Pause wäre ich wie ein depressives Wrack mit einem leeren Aufgabenblatt zu der Prüfung hingegangen.
      Die Pause, die mir zu einem neuen Optimismus verhalf, führte dazu, dass ich aktiv wurde und neue Möglichkeiten sah. Da, wo vorher Pessimismus und Stillstand herrschte, überkam mich auf einmal Optimismus, Selbstbewusstsein und Motivation.
      Ich denke jeder auch für sich selber genug Beispiele aus den eigenen Erfahrungen aufzählen.

      Zusammenfassung:
      1. Stagnation ist nur ein vorübergehender Zustand, der durch einen Wissensmangel hervorgerufen wird.
      2. Neues Wissen ist notwendig, um diesen Zustand erfolgreich ändern zu können.
      3. Hilft auch das nicht, sollte man bewusst eine Pause machen und darauf vertrauen, dass der eigene Körper genug Informationen hat, um das Problem zu lösen.

      Ergänzung von TR YouGenius:

      Stagnation ist für mich das Resultat von zu viel spielen,bis man nur noch im Autopilot, praktisch ohne zu denken, den Stick bewegt.
      Was dabei passiert, ist dass sich alles wiederholt und das Gehirn alle Situationen kennt und somit immer gleich auf die Situationen reagiert.
      Der eigene Spielstil wird so fest verankert dass dieser immer wieder braindead abgespult wird. Dabei kann selten eine Steigerung erfolgen, da wie schon beschrieben kein neues Wissen vorhanden ist um eine Anpassung durchzuführen.
      2. Neues Wissen ist notwendig, um diesen Zustand erfolgreich ändern zu können.

      Daher, WIE eigne ich mir neues Wissen an?

      Meiner Meinung, wie oben erwähnt ist der eigene Spielstil das Problem und gleichzeitig die Lösung.
      Eine Möglichkeit wäre es zb bei einem agressiven Spielstil fast zu 100% extrem defensiv zu spielen. Nicht defensiver. Sondern eine Burg, eine Mauer und einen Graben als eigene Verteidigung zu etablieren.
      Dieser extreme Wandel im Spielstil wird einem so viele neue Eindrücke vermitteln dass der Spielstil bzw der eigene Blickwinkel insgesamt verändert wird.
      Und als dicken Bonus: Die Defense skills haben sich verbessert.

      Und wozu gibt es sowas lästiges wie Stagnation? So werden nur die kreativen und willensstarken belohnt.
      Wenn es keine Stagnation gäbe, wäre jeder mit ein wenig Zeit irgendwann der nächste Daigo.
      Ist wie im Leben auch. Nur die ehrgeizigen kommen weiter. Ganz natürliches aussieben.
      Der Olymp ist nicht für Leute reserviert die nach den ersten Problemen aufhören. Oder in einem meiner Lieblingsquotes:
      Do you remember the guy who gave up?

      Nachtrag


      Da ich auf dem Hessencrash angesprochen wurde zum Thema Stagnation und wie man das durchbricht, wollte ich noch einen kleinen Nachtrag schreiben.

      Stagnation ist scheiße und demotiviert. Aber es gehört dazu.
      Stagnation kommt IMMER. Und immer WIEDER. Egal was man macht. Die Lernkurve verläuft nicht auf ewig linear und steil. Es ist eine Zickzack Kurve die öfter Ausschkäge nach unten reisst.
      Und irgendwann kommt die große Stagnation wo man nicht mehr weiter kommt. Und das habe ich schon im Artikel zu Stagnation erwähnt:
      An dem Punkt wird ausgesiebt.

      Das bitte klar machen. Nur die Personen mit einem starken Willen, Durchsetzungsvermögen und Mindset überbrücken diese.
      Wenn ich zb die Mindsets und Erwartungen von anderen mitbekomme bin ich da echt Baff.

      Zb hat Yosh mit Akuma immer gegen mich verloren (Stagnation). Im September letztes Jahr hat er Elena gepickt und mich aus dem Turnier gekickt.
      Was habe ich getan? Ich habe keinen anderen Char gesucht. Ich habe das MU geübt und einen Monat später ihn im Turnier besiegt.
      Danach war er frustriert und hatte wieder eine Stagnation weil "er uns (Sheva und mich) immer noch nicht besiegen kann im Turnier".

      Und hier paar Fakten:
      - Sheva und ich sind seit 2009 dabei.
      - In den 6 Jahren hat keiner von uns beiden gegen Demulant im Bracket gewonnen !
      - In den 6 Jahren hat keiner von uns beiden gegen Halibel gewonnen ( Sheva einmal)
      - Demulant ist zu Besuch bei uns und vernichtet uns in jedem Set.
      - Halibel pickt Random und besiegt uns.
      - Nicht nur das, er besiegt uns in Mirror Matches !!!

      Wer hat hier Grund zur Frustration?
      Aber ... Yosh ist drangeblieben. Und hat auf dem HC9 Demulant besiegt. Geht doch.

      Aber eine wichtige Erkenntnis von mir zur Stagnation und für andere als Mindset Hilfe:
      Der Tiefpunkt kommt daher, weil man wie bei einer Achterbahnfahrt runter fährt um Schwung zu holen um noch höher zu kommen.
      Eine Stagnation ist für mich ein Indikator dass bald etwas großes passieren wird.


      Mit der oberen Erkenntnis:

      2011: Ich möchte zu Rufus wechseln da mit Vega als Charakter zu schwach ist (Stagnation)
      Kurz darauf: RFD 1, die bis dahin beste Leistung von unserem Team und mir in Holland (Level up)

      2012: Sheva schreibt Sh1nd an um Tipps zu bekommen weil er frustriert ist und nicht aus der Stagnation herauskommt. (Stagnation)
      Kurz darauf: Er besiegt Tokido im Turnier.(Level up)

      2012: Ich möchte immer noch Char wechseln. Spiele in Casuals viel Rufus. (Stagnation)
      Kurz darauf: Werde 2ter auf dem Office Clash und komme zum ersten mal ins Geld.(Level up)

      2013: Spiele viel Cammy da ich wirklich keine Lust mehr habe auf Vega. (Stagnation)
      Dann: Besiege Tokido im Teambattle und spiele generell im Teambattle wie noch nie zuvor (meine Teammates übrigens auch)(Level up)

      2014 RFD 3: Eins der schlechtesten Results überhaupt. (Stagnation)
      2015 HC9: Besiege zum allerersten mal Demulant in einem Bracket. ( Er hat zwar schlechter gespielt als sonst, das weiß ich , dennoch.)(Level up)

      Gamerbee verliert bei Dreamhack und kann sich nicht für Capcom Pro Tour qualifizieren. (Stagnation)
      Beim Invitational Turnier besiegt er mehrere seiner Angstgegner. (Level up)

      Poongko war nach einigen Niederlagen für längere Zeit weg aus der Szene.(Stagnation)
      Kommt wieder zerstöre in Cannes alles und jeden. Sogar Infiltration der ihn normalerweise 10-0 besiegt. (Level up)

      Die Beispiele sind endlos.

      Als Fazit:
      Eine Stagnation ist ein Indikator dafür dass es Bergauf gehen wird. Vorausgesetzt, dass man die Durchsetzungskraft hat weiterzumachen.
      Do you remember the guy who gave up?
      Team Rookie, B

      Sheva - YouGenius - Carloz - Mac - Maruko - Nani - Halibel

      "Hear Me Roar"

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    • - XI. Wer sucht der findet -


      Auch wenn der Thread Mindset heisst, wurde hier bisher mehr darüber geschrieben in welche Richtung ein Mindset gehen sollte, aber es wurden kaum direkte Mindsets gezeigt.
      Ich möchte hiermit ein Mindset von mir teilen welches nicht nur in FGs sondern im Leben Vorteile bringt.
      Um es kurz zu machen würde ich es so nennen:

      Wer sucht, der findet!


      Das ist eines dieser kleinen Lebensweisheiten die jeder schon mal gehört hat. Aber wer kann ihren ganzen Umfang erahnen bzw lebt nach diesen Weisheiten?
      Ausgangssituation. Man hat ein Problem. Automatisch wird eine Lösung gesucht.
      Es tauchen unbewusst Fragen auf die helfen sollen eine Lösung zu finden.

      Typische Beispiele:
      1)
      Gegner vermöbelt mich in der Ecke.
      Frage: Wie kann ich meine Defense in der Ecke verbessern?
      Antwort: Defense verbessern. Im trainmode, mehr spielen etc

      2)
      Gegner ist random in der Defense.
      Frage: Wie kann ich seine random reversals baiten?
      Antwort: Besser baiten, Mindgames verbessern, etc
      Usw…

      Und diese Fragen behindern uns bei der Suche nach der Lösung.
      Warum?
      Mal kurz drüber nachdenken…

      Wer nicht drauf kommt, hier ein schönes Beispiel von meiner TH:
      Die Studenten beschweren sich schon lange über den Mangel an Parkplätzen.
      Um die TH herum sind Wohnviertel und die sind auch vollgeparkt.
      Die Studenten sind an einer Lösung interessiert und fragen:
      „wie kann man neue Parkplätze schaffen?“
      Man denkt über ein Parkhaus nach. Doch nachgerechnet kommt man auf den nüchternen Entschluss, dass es billiger sei jedem Studenten die Taxifahrt zur TH und zurück zu bezahlen anstatt ein neues Parkhaus zu bauen.
      Schwierige Situation…wenn man fragt "wie man neue Parkplätze schaffen kann".

      Es stellte sich jedoch heraus dass die meisten Parkplätze gar nicht von Studenten sondern von Pendlern belegt sind, da der Bahnhof 5 Minuten von der TH entfernt ist.
      Lösung ist ganz einfach. Studenten kriegen kostenlos im Sekretariat einen Parkausweis und nur mit dem kann man um die TH herum parken.

      Das Problem in der Ausgangsfrage ist jedoch, wie man neue Parkplätze schaffen kann.
      Und wenn man diese Frage so stellt, kommt man gar nicht auf die optimale Lösung.

      Bedeutet, allein durch die Formulierung der Frage, hat man sich in der Antwort eingeschränkt und sich selber limitiert.
      Jede Frage die man stellt, sollte keine Richtung vorgeben sondern die Antworten so offen wie möglich lassen.


      Dadurch wird man jeden unterschiedlichen Lösungsweg absuchen können und findet vielleicht Wege bzw Lösungen, die man gar nicht auf dem Radar hatte.
      Und im Grunde will man genau das finden. Eine Lösung die man vorher gar nicht kannte.

      Zurück zu den 2 Beispielen:
      1.
      Wenn der Gegner uns in der Ecke vermöbelt, könnte ich fragen:
      Neue Frage: Wie kann ich diese Situation besser handhaben?

      Defense verbessern im Trainingsmodus (das wäre die einzige Lösung auf die ursprüngliche Frage)
      Ich sollte mich nicht selber in die Ecke positionieren
      (Ich in der Ecke, von mir backthrow anstatt throw,
      Gegner in der Ecke, dann sollte ich den Jump in vorne treffen, nicht cross up)
      Ich sollte schon midscreen im footsiegame aufpassen dass ich mich nicht in die Ecke drängen lasse

      2.
      Gegner ist random in der Defense.
      Neue Frage: Wie muss ich gegen diesen Spielstil spielen?

      Besser baiten (das wäre die einzige Lösung auf die ursprüngliche Frage)
      Ich sollte meine Stärken dort ausspielen wo ich seine randomnes kontrollieren kann
      (zb Midgame, poking etc)
      Weniger Risiken eingehen und das Risk Reward Verhältnis verstärkt beachten.

      An diesen Beispielen sieht man, dass wenn ich die Frage ändere, ich auch mehr und vor allem andere Lösungsansätze bekomme.
      Natürlich sind Punkt 2 und 3 in beiden Antworten nur sekundäre Hilfen.
      Punkt 1 ( Defense und besseres baiten) würden bei richtiger Durchführung den größeren Nutzen erbringen, trotzdem sind es oft die Kleinigkeiten wodurch man verliert.

      Im Beispiel mit der TH hätte die bessere Frage lauten können:
      Wie können die Studenten Parkplätze bekommen (wobei ich hier ein optimale Frage selber als schwierig erachte)?
      Denn durch die Wörter „neu“ und „schaffen“ wird die Lösung blockiert, dass die Parkplätze möglicherweise schon da sind und man richtet die Lösung auf das erschaffen/ bauen neuer Parkplätze.

      Da ich viel Wert auf Tipps und Beispiele lege anstatt nur Theorie zu erzählen, hier eins von mir:
      Rolento, einer der neuen Dreckscharaktere.
      Ich merke er kann mich anspringen und ich kann nicht

      antiairen (normals)
      antiairen (air to air)
      antiairen ( special move)
      nicht mal Focus backdash kann ich machen

      Was ist das für ein Drecksmatchup, denke ich mir.

      Also gehe ich weg von der Frage:
      „Wie kann ich ihn antiairen“ zu „Wie kann ich das Matchup verbessern“?
      Und ich merke, ich kann ihn auch anspringen und er kann mich nicht antiairen.
      Und damit habe ich auch nicht gerechnet, während ich nach Antiairs gesucht habe…..

      Daher wenn ihr ein Problem habt, hinterfragt immer eure Fragen die ihr im Kopf habt. Denn die Fragen entstehen unterbewusst und sind einfach da. Man merkt gar nicht dass sie einen blockieren.
      Das ist auch verständlich, da die Antwort außerhalb unseres Wissens ist.
      Am besten die Frage mit einem „Wie“ beginnen lassen und auf die Gesamtsituation beziehen.
      Und wer unsicher ist, fragt: „Wie kann ich die Gesamtsituation verbessern“?
      Das ist nie verkehrt.

      Zum Schluss ein kleiner Tipp für Real life Kommunikationen da es zum Thema passt:

      Fragt nicht:
      War der Film/ die Party/ das Wochenende gut?
      Besser ist:
      Wie war der Film/ die Party/ das Wochenende?

      Merkt man den Unterschied?
      Team Rookie, B

      Sheva - YouGenius - Carloz - Mac - Maruko - Nani - Halibel

      "Hear Me Roar"

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    • TR YouGenius schrieb:

      Jetzt bitte jeder für sich kurz überlegen ob man einen Spieler kennt der sich dauernd beschwert, die Schuld an den Niederlagen anderen gibt und immer eine Ausrede parat hat.
      Und jetzt die Frage:
      Ist dieser Spieler sehr gut in seinem Spiel?


      Ultima
      <president> wenn du gegen smoriya spielst wirst mich aber drum bitten wieder auf plee zu gehn weil der so honest und normal is im vergleich
      <president> wie beschreib ich das am besten
      <president> wenn ich smoriya wäre, wäre die engine vom spiel der sf5 stammtisch

      +2 damage GGXrd Millia CMV
    • Das war ein guter read. Funny fact: Ich hab mich gestern wieder einmal recht stark über den geistigen Zustand auf HE geärgert (ungefähr mit dem Gedanken beim lese: Geht lieber in den P-Mode ihr dummen Spasten) und heute lese ich solch entzückende Lektüre. Sprich es ist wohltuend mal was in die Materie gehendes zu lesen.

      TR YouGenius schrieb:


      Spoiler anzeigen

      Nehmen wir die Motivation zu FGs, die Gründe warum ich sie spiele und vor allem mit welcher Einstellung ich sie spiele.
      Spiele ich um
      ...ein wenig die Zeit zu vertreiben?
      ...ein wenig Spaß zu haben?
      ...das Spiel auszuprobieren?
      ...um mich zu verbessern, egal ob ich gewinne oder verliere?

      Das könnten 4 verschiedene Spieler mit 4 verschiedenen Motivationen bzw Mindsets sein. Welcher Spieler wird nach einem gewissen Zeitraum am meisten aufleveln?
      Die ersten 3 wohl eher nicht.

      Wenn ich auf Turnieren mit Anfängern mich unterhalte oder spiele höre ich oft Sätze wie:
      "Ich werde voll verlieren"
      "Ich habe eh keine chance"
      Das ist auch ein Mindset welches einem nur hinderlich ist. Man erwartet zu verlieren und schlecht zu spielen.
      Wie kann mit so einer Einstellung besser werden?
      Warum nicht lieber so denken:
      "Ich werde gegen einen guten Spieler spielen. Egal wie es ausgeht, ich werde sehr viel dazu lernen" oder
      "Es wird nicht leicht, aber ich werde ihn jetzt besiegen"
      Merkt man den Unterschied?


      Die falsche Grundeinstellung bzw Motivatione ist der Anfang des Übels und auch meine Hauptkritik auf HE. Darum droppe ich gern mal Votes wie diesen hier ins Forum: Pro or Casual - Decide the destiny

      Man sieht dann deutlich wie die Zielgruppe eingestellt ist. Rückblickend betrachtet sollte der Vote ein öffentlich einsehbares Ergebnis haben wie ich finde. Basieren darauf fällt es mir persönlich oft schwer mich ernsthaft mit einigen Usern in Threads zu unterhalten wo ich genau weiss deren Fokus und Wissensstand tendiert in Richtung casual. Dann ist da oft die Tatsache, dass sie sich nichts sagen lassen und auf ihre Meinung pochen. Wer so eingestellt ist wird z.B diesen Beitrag hier höhstens lesen aber kaum Änderungen vornehmen.


      Spoiler anzeigen

      - Mindset in der Community -


      Was mir sehr früh negativ in der deutschen SF4 Community aufgefallen ist, ist das die meisten ein hinderliches und in meinen Augen falsches Mindset haben.
      Hier einige Beispiele:
      "Randomnes"
      Einige Aussagen die in der Community heilig sind und jeder hinterherschreit nach einem "random" move:
      "random ultras machen nur noobs"
      "nur scrubs spielen random"
      "wenn ein spieler random ist, dann ist er schlecht"

      Und das geht sogar soweit, das es die ultimative Entschuldigung ist wenn man gegen solchen Spieler verliert.
      "Der Typ war random, ist voll der scrub".
      Kompletter Schwachsinn. Solche Sätze hört man nicht von sehr guten Spielern. Warum?
      Hier die Antwort:
      Es gibt 2 Mindsets nachdem man zb von einem "random" srk getroffen wurde:
      1. "Mein Gegner ist random, also schlecht, also bin ich besser auch wenn ich verloren habe".
      2. "Hmmm, ich habe ihn schlecht gelesen. Welche Anzeichen gab es dafür? Worauf muss ich achten wenn ich den nächsten random move erahnen will"?

      Welcher Spieler wird am Ende besser sein?
      Richtig Nr. 2, nur leider denken über 80 % in DE nach dem ersten Muster.
      Dazu kommt das Spieler 1 in dem Fall sich noch aufregen wird, während Spieler 2 ruhig und gut gelaunt bleibt und gerade sein Game aufgelevelt hat.
      Die andere Sache ist das sich selbst schönreden
      Ich kann mittlerweile die Spielstärke von den deutschen Spielern sehr gut einschätzen. Und dann habe ich mitbekommen wie manche Spieler über ander lästern, wobei ich mir sicher war das der eine Spieler gegen den anderen verlieren würde.
      Ein anderes Beispiel ist, das ein sehr guter Spieler in die Szene gekommen ist, einige Spieler zerstört hat und trotzdem als "random" beschimpft worden ist.



      Ein Kumpel von mir hat all die Jahre über, die wir SSF2 bzw Super Turbo gespielt haben gesagt: "Das Spiel ist fair! Zu jedem Zeitpunkt! Komm mal klar." Die Grundaussage war dabei ist nicht das SSF2/ST grandios faire Titel sind sondern, dass man die Aufmerksamkeit - wie du schon sagtest - auf eigene Fehler lenken und mit dem MU dealen muss. Bezüglich des Lästerns usw: Fighters Pride (a la Ich bin besser als du also FU) und Drama gehört in eine Fighting Game Community definitiv dazu. Dass Plattwalzen von random Themen, OT Posting und andere random Trollereien kontraproduktives zeitintensives Fehlverhalten ist sollte ich an dieser Stelle nichtmal erwähnen. Da bleibt nicht mehr viel Zeit für den Pmode glaube ich ...


      Spoiler anzeigen

      Warum ist das so?
      Die Leute wollen besser gesehen werden als sie tatsächlich sind.
      Ist natürlich wieder das falsche Mindset. Wenn man verliert muss man objektiv die Gründe danach suchen.
      Ist der Grund "ein random scrub, weil ich nicht wahrhaben will das er besser ist als ich" dann bleibt man auf dem Level.
      Ich brauche nicht zu erwähnen das der Spieler, der den anderen als random scrub bezeichnet hat hat immer noch Mittelmaß ist?

      Ein weiterer Grund für die Stagnation im eigenen Spielstil ist die Passivität.
      Keiner fragt nach Tipps und Feedback während man casualt.
      Ich habe so oft gegen Leute gespielt und nach einem Match sind mir schon gravierende Fehler aufgefallen.
      Aber warum soll ich was sagen?
      Ich will mich nicht als Besserwisser aufspielen und wenn es dem anderen wichtig ist, wird er schon fragen. Aber nein, da kommt nichts.
      Dabei ist das die effektivste Möglichkeit sich zu verbessern und keiner nutzt das.

      Wenn es dem Spieler nur um den Spaß geht ist es natürlich egal. Er muss sich nicht bessern, muss nicht motiviert sein.
      Nur es gibt dann Leute die gut sein wollen und trotzdem nicht nach Feedback fragen.
      Ich denke mir dann "gut, du brauchst nicht motiviert zu sein und nach Feedback zu fragen, aber dann hör bitte auf andere als Random Scrub zu bezeichnen, dich selber besser zu reden als du bist und hör auf als gut angesehen sein zu wollen wenn du es nicht bist".
      Aber villeicht ist es wieder gegen das eigene Ego um Feedback zu bitten.

      Ich mache es fast jedes mal wenn ich gegen einen besseren Spieler spiele:
      • Was kann ich besser machen?
      • Was fandest du gut und sollte ich ausbauen?
      • Was fandest du schlecht?
      • Wovor fürchtest du dich bei meinem Charakter am meisten?
      • Was fällt die gegen meinen Charakter leicht?


      Ist es ein Aufwand zu fragen? Nein, entweder bekommt man nur dürftige Informationen und man hat nichts verloren oder man bekommen etwas erzählt was dem eigenen Game einen ganzen Sprung nach vorne hilft.
      Was die meisten dieser Spieler gemeinsam haben, ist das sie sich nach einer Niederlage aufregen.
      Zwar kann man das mit den oben genanten schlechten Gewohnheit zusammenfassen, jedoch möchte ich genauer darauf eingehen.
      Man verliert einmal, zweimal und wird plötzlich der Spendabelste Mensch bei der Schuldverteilung und der Kreativste in Sachen Ausreden.
      Es war nur das eigene Pech oder der andere hat Glück. Dazu spielt er einen Toptier oder "Bastard" Charakter.
      Jedoch nimmt man nie Schuld auf sich.

      Wie bereits erwähnt muss man die Schuld bei sich suchen.
      War der Gegner random? Dann habe ich ihn schlecht gelesen.
      Habe ich eine Combo gedroppt? Dann suckt meine Execution wenn es notwendig ist.
      Trifft mich der Gegner immer mit den selben Attacken? Dann bin ich zu dumm mich anzupassen.
      Habe ich verloren? Dann war ich zu Schlecht besser zu spielen als mein Gegner!!

      Jetzt bitte jeder für sich kurz überlegen ob man einen Spieler kennt der sich dauernd beschwert, die Schuld an den Niederlagen anderen gibt und immer eine Ausrede parat hat.
      Und jetzt die Frage:
      Ist dieser Spieler sehr gut in seinem Spiel?
      Gegenbeispiele bitte als PN an mich ;)

      Was heisst es jetzt für mich?
      Da nun jeder eine Vorstellung von der Wirkung des Mindsets haben müsste, hier nochmal der wichtigste Satz den man bezüglich Mindsets wissen sollte:
      Es gibt kein richtiges oder falsches Mindset!
      Jedoch ist jedes Mindset entweder Hilfreich oder nicht Hilfreich!

      Über diesen Satz bitte sich nochmal Gedanken machen und dann hoffe ich für jeden das er das Hilfreiche Mindset über FGs, Hobbys, Mitmenschen, Forumauftreten und über das Leben für sich findet. :good:

      Danke fürs Lesen



      Es gibt viele Gründe warum Leute in Casuals nichts sagen. Da kommt wieder Fighters Pride ins Spiel. Stolz ist eine sehr starke Bremse für das besser werden. Die einen sind zu stolz ihr Wissen zu vermitteln. Die anderen sind zu stolz um Wissen zu erfragen oder sich Belehrungen gefallen zu lassen. "Man ist ja gut. Noobs können fragen". Darum sind Leute, die eine objektive Einschätzung ihres Skills haben und vertreten definitiv besser wenn es um Lernen geht. Genau diese Spieler fragen sich dann nämlich: "was genau hab ich falsch gemacht? und wie kann ich mich verbessern?". Idealerweise schon zwischen den einzelnen Runden anstatt zu ragen. Das ist aber ein Skill den man wirklich lernen muss.

      Um ein aktuelles Beispiel zu nehmen: Mir ist ehrlich gesagt bei dem Tierlist Talk in SFxT fast der Arsch geplatzt als ich gelesen habe wie Imba und Cheap doch einige Charaktere sind - und das nach verdammten 3~4 Wochen. Einfach nur ROFL wenn man bedenkt, das kaum einer die MUs richtig kennt und trainiert. Mit richtig meine ich z.B Dinge wie z.B Framedata durchzuschauen, nur Starke Gegner mit den Chars suchen und diese eben nach den Sessions auzufragen, was man besser machen kann weil die wissen ganz genau wo ihre Fehler auch liegen. Ich habe mir selbst harte Shit Tiers gegeben, die abgefuckte MUs wie 1:9 haben und da muss man halt mal richtig hardcore in den PMode oder man kassiert halt. Das wiederum ist eine reine Fleißarbeit. Mit lieber welche kaputthauen nix üben kommt man da nicht weit.


      Über konstruktives Feedback würde ich mich freuen.

      Anhang:

      Bezüglich Randomnes noch einige Gedanken von mir:
      Spoiler anzeigen

      Meiner Meinung nach ist die Community verseucht mit dem Gedanken mit only "safe spielen". Wer mal nen random (wobei die korrektere Bezeichnung risky sein sollte) srk/ ultra what ever macht, fängt die ganze Community an zu brüllen:
      "Fucking scrub, random shit" etc.

      Meiner Meinung geht es bei Fighting Games nur darum:
      Kenne deine Optionen und vor allem die des Gegners (vor allem in der momentanen situation). Das wird vor allem bei schlechteren Spielern deutlich, wenn man zb deren Aktionen schon vorausahnen kann.
      Wenn man nun niemals einen risky srk macht, braucht auch der Gegner sich niemals davor zu fürchten. Er kann nun pressure machen ohne Ende.
      Will ich das? Nein.
      Dann haue ich dem einen srk rein (egal ob er trifft oder nicht) und der gegner ist gezwungen seine Offensive etwas zu zügeln.

      Um das klarzustellen: Ich fordere niemanden auf random/ risky what ever zu spielen. Aber wenn ich 100% solide spiele, werde ich berechenbar, limitiere die vielen Optionen auf die mein Gegner achten muss und stelle mir somit selbst ein Bein.
      Es gibt sogar viele Situationen wo man einen Ultra "risky" anbringen kann, sogar mit nem positiven risk/reward.

      Mein fazit: Gelegentlich risky moves machen fördern sogar die Siegesrate. Nur man braucht erfahrung um zu wissen wann man diese aktionen bringen kann.


      Zu dem "safe" Spielstil schreibe ich nicht viel, denn das würde den Rahmen sprengen. Es ist auf jeden Fall ein interssantes Thema. Grundsätzlich muss man ja safe spielen. Der Rest sind dann eigene Nuancen im eigenen Spielstil. Erfahrung ist wichtig wenn man solche riskanteren Geschichten benutzen will. Einfachstes Beispiel wäre:

      • ein Trade zu nutzen bei dem man 100% weiss:
      • Mein Normal wird mit seinem Super traden
      • und der Trade geht auch noch zu meinem Vorteil aus weil ich weniger Health verliere.

      Viele Spieler würden das Ghetto nennen. Ich nenne es jedes Mittel meiner eigenen Erfahrung zu benutzen. Gibt zahlreiche Beispiele für solche unkonventionelle Spielweisen. Aktuelles Beispiel dürfte wohl das sein:


      btw Ich würd den Hauptartikel und das Feedback trennen. Schreib mir ne PM wenn du das willst.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von subarashii ()

    • Danke danke :)

      @ Subarashii
      Danke für das ausführliche Feedback.

      Zu der Sache mit der Randomnes:
      Chun_li1 hat mich schon richtigerweise daraufhin hingewiesen und ich habe es jetzt geändert und deutlich gemacht, aber nochmal:

      Der Part über Randomnes bezieht sich nur auf SF4
      Team Rookie, B

      Sheva - YouGenius - Carloz - Mac - Maruko - Nani - Halibel

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